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Polizisten wünschen sich klare Corona-Regeln - Merkel kritisiert AfD

18:36
30.11.2020
Polizisten haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) von Schwierigkeiten im Dienst seit Beginn der Corona-Krise berichtet. In einem Online-Gespräch mit der Kanzlerin konstatierte ein Polizeibeamter aus Berlin am Montag eine Zunahme der Gewaltbereitschaft bei Menschen, die gegen die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Pandemie protestieren.

Wichtig sei „eine gewisse Verlässlichkeit der Verordnung und Normen“, betonte er. Denn selbst Bürger, die prinzipiell bereit seien, sich an Regeln zu halten, seien oft nicht genau im Bilde darüber, was aktuell gilt. Gerke Stüven, Leiterin des Polizeikommissariats im niedersächsischen Wildeshausen, sagte, dass es „für uns als Polizei schwierig ist, mit Appellen und Empfehlungen zu arbeiten“. Die Beamten brauchten einen „rechtssicheren Handlungsraum“, da sie ansonsten nicht berechtigt seien, zur Durchsetzung von Kontaktbeschränkungen beispielsweise Grundstücke zu betreten.

Merkel kritisierte unterdessen die Wortwahl der AfD, die im Bundestag unter anderem von einer „Corona-Diktatur“ gesprochen hatte. Sie sagte zu den Polizeibeamten: „Wir müssen auch unheimlich darauf achten, das sehen Sie an der Sprache im Deutschen Bundestag, dass es auch zum Teil immer radikaler wird“ - gerade von Seiten der AfD, die dramatische Worte wähle. „Worte sind immer der Vorbote von Taten, und deshalb ist das unsere Aufgabe, da wirklich auch Einhalt zu gebieten“, führte sie weiter aus.

Patrick Reichelt

Impfzentren sollen bis 15. Dezember einsatzbereit sein

17:16
30.11.2020
 Niedersachsen will seine Vorbereitungen für die geplanten Corona-Impfungen noch vor Weihnachten entscheidend voranbringen. „Bis zum 15. Dezember sollen die Impfstofflogistik, die Impfzentren und das Impfterminmanagement einsatzbereit sein“, sagte Regierungschef Stephan Weil (SPD) am Montag im Landtag in Hannover. „Die Corona-Impfungen versprechen eine wirklich riesige Herausforderung zu werden, sie versprechen gleichzeitig aber auch einen richtig großen Fortschritt im Kampf gegen das Virus.“ Auch mit Blick auf Schnelltests und die Entwicklung von Medikamenten zur Linderung schwerer Krankheitsverläufe gebe es „Grund zur Zuversicht, dass 2021 wesentlich besser wird als das laufende Jahr 2020“.

Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hatte Mitte November angekündigt, dass landesweit bis zu 60 Impfzentren entstehen sollen. Die genauen Orte waren noch unklar. Zunächst sollen zudem mobile Teams die Mitarbeiter von Kliniken und Pflegeheimen impfen, auch Risikogruppen haben Priorität. Es wird erwartet, dass zu Beginn nur eine sehr begrenzte Zahl an Impfdosen zur Verfügung steht.

Max Seidenfaden