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20201122155150

Corona-Infektionsanstieg etwas geringer - aber unvollständiges Bild

13:30
22.11.2020
Der Anstieg der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Niedersachsen hat sich am Wochenende etwas abgeschwächt. Einige Angaben fehlten aber zunächst für eine vollständige Berechnung. Laut dem Sozial- und Gesundheitsministerium wurden dem Landesgesundheitsamt bis zum Sonntagmorgen 751 weitere Ansteckungen mit dem Covid-19-Erreger gemeldet. Am Vortag war es noch ein Plus von 1225 Fällen gewesen. Damit nahm die Zahl der landesweit registrierten Infektionen seit Beginn der Pandemie auf 63.283 zu. Wegen technischer Probleme seien vorerst allerdings nicht alle Daten aus der Region Hannover in dem Lagebild enthalten, hieß es.

Bisherigen Informationen zufolge wuchs die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Sars-Cov-2-Virus in Niedersachsen zuletzt um 6 auf 1009. Als genesen galten insgesamt 42 664 Menschen, 1170 mehr als am Vortag. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz - also die durchschnittliche Zahl neuer Ansteckungen auf 100.000 Einwohner über die vergangene Woche - sank leicht von 99 am Samstag auf nun 94,6.

Ab einem Inzidenzwert von 50 gilt ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt als Corona-Risikogebiet. Dies trifft nach wie vor für die Mehrzahl der niedersächsischen Kommunen zu. Die mit Abstand höchste Inzidenz wies mit 290,0 am Sonntag weiterhin der Kreis Cloppenburg auf. Danach folgten der nahe gelegene Kreis Vechta (253,5) sowie der Kreis Osnabrück (246,0) und die Stadt Salzgitter (214,8).

Anna Zacharias

Fabian Sommer/dpa Zahlreiche Teilnehmer des Protestzugs gegen Corona-Politik, der als "Schweigemarsch" bezeichnet wird, gehen die Bornholmer Straße entlang.

Protestzug in Berlin mit Sitzblockaden und kleineren Rangeleien

12:47
22.11.2020
Der Protest gegen die Corona-Beschränkungen hat in Berlin am Sonntagmittag mit einigen hundert Teilnehmern begonnen. Gleichzeitig kam es im Stadtteil Prenzlauer Berg zu einer Gegendemonstration. Angemeldet waren um die 5000 Menschen; eine Polizeisprecherin sagte, es seien weit weniger.

Die Demonstranten, die in Prenzlauer Berg starteten, hielten sich ihr zufolge weitgehend an die Maskenpflicht. Vereinzelt seien Strafanzeigen geschrieben worden. Bei vorgezeigten Attesten, die von der Maskenpflicht befreien sollten, habe es den Verdacht gegeben, dass sie nicht echt seien, sagte die Sprecherin der Polizei.

Die Demonstration von Gegnern der Corona-Maßnahmen wird als „Schweigemarsch“ bezeichnet. Die Route sollte am Alexanderplatz enden. An der Strecke standen immer wieder lärmende Menschen mit Kochtöpfen, die den Aufzug stören wollten. Gelegentlich ertönten „Nazis raus“-Rufe. Auf Balkonen waren Transparente zu sehen unter anderem mit der Aufschrift: „klar denken statt quer denken. Kein Platz für Corona-Leugner und Nazis.“

Vermutlich aus Gruppen von Gegendemonstranten kam es kurzzeitig zu einer Sitzblockade und vereinzelt zu kleineren Rangeleien mit der Polizei. An der Schönhauser Allee versammelten sich nach ersten Schätzungen um die 200 bis 300 Menschen, die - überwiegend schwarz gekleidet - gegen den „Schweigemarsch“ demonstrierten. 

Anna Zacharias