Die Belastungen durch die Corona-Krise haben die ohnehin schwierigen Arbeitsbedingungen von Gründerinnen in Niedersachsen nach Ansicht von Experten nochmals deutlich erschwert. Frauen mit einem eigenen Unternehmen, die sich nun parallel verstärkt um die Familie kümmern müssen, gerieten zeitlich noch mehr unter Druck, sagte Kirstin von Blomberg vom Verband Deutscher Unternehmerinnen der Deutschen Presse-Agentur in Hannover. „Sehr gravierend ist es auch bei jungen Frauen, die kleine Kinder haben.“
Bei Pflegefällen seien Frauen ebenfalls meist stärker eingebunden als Männer. Wenn sie wegen des aktuellen Teil-Lockdowns mehr Erziehungs- oder Pflegeaufgaben übernehmen müssen, habe dies oft Folgen für die Führung der selbst gegründeten Firma. Weniger Arbeitszeit und gleichzeitig weniger Aufträge bei weiter laufenden Kosten können besonders für kleine Betriebe gefährlich werden. „Dadurch sinkt auch der Gewinn eines selbstständigen Unternehmens“, sagte von Blomberg. Laut zuletzt verfügbaren Daten des Statistischen Landesamts entfielen im Jahr 2019 rund 35 Prozent der Gründungen in Niedersachsen auf Frauen.