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20201109090557

Städte rüsten Unterkünfte für Obdachlose mit Hygienekonzepten

07:38
09.11.2020
Die Corona-Pandemie stellt Bremen und Städte in Niedersachsen bei der Unterbringung von Menschen ohne Obdach in der kalten Jahreszeit vor besondere Herausforderungen. In den Unterkünften gelten Abstands- und Hygieneregeln, wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur hervorgeht. Dort wo es möglich ist, wurde demnach die Belegung von Gemeinschaftsunterkünften entzerrt. In Bremen etwa sollen nicht mehr als zwei Personen in einem Zimmer untergebracht werden. Auch die Städte Göttingen und Braunschweig passten ihre Angebote an die Corona-Vorschriften an.

Die Landesarmutskonferenz in Niedersachsen ging zuletzt davon aus, dass die Zahl der Obdachlosen während der kommenden Monate zunehmen wird. Steigende Corona-Infektionszahlen könnten zudem dafür sorgen, dass Hilfsangebote auch zum Schutz von Mitarbeitern reduziert werden könnten. Die Kommission zu Fragen der Migration und Teilhabe im niedersächsischen Landtag sieht die Unterbringung vieler Menschen in Gemeinschaftsunterkünften auf engstem Raum mit Sorge. Sie forderte daher die Landesregierung auf, geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen und die Unterbringung von Obdachlosen und Geflüchteten zu entzerren.

Max Seidenfaden

Spahn warnt: Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung sind Risikogruppe

06:57
09.11.2020
Bis zu 40 Prozent der Menschen in Deutschland zählen in der Corona-Krise nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Risikogruppe. „Bei uns sind 23 Millionen Deutsche über 60“, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im Politik-Talk „Die richtigen Fragen“ auf „Bild live“. „Wir sind ein Wohlstandsland mit Zivilisationskrankheiten: Diabetes, Bluthochdruck, Übergewichtigkeit. Alles Risikofaktoren für dieses Virus, wie für viele Infektionskrankheiten übrigens auch.“ Spahn warnte: „Wenn Sie nach der Definition gehen, sind 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung Risikogruppe.“ Die Bundesrepublik sei nach Japan das zweitälteste Land der Welt.

Mit Blick auf das aktuelle Infektionsgeschehen sagte Spahn: „Wenn von 20 000 Neuinfizierten an einem Tag etwa zwei Prozent in die Intensivmedizin müssen, dann sind das 400 am Tag. Wenn die intensivmedizinische Behandlung und Begleitung 15 Tage im Schnitte dauert - sind das 6000.“ Diese Zahl werde Deutschland noch „im November noch erreichen, das ist im Grunde schon absehbar“. Für das Gesundheitswesen sei diese Belastung nur „unter ziemlicher Anspannung“ zu bewältigen. „Wenn die Intensivmedizin mal zu voll ist, überfüllt ist, überlastet ist, dann ist es zu spät“, sagte Spahn bei „Bild live“.

Max Seidenfaden