Letztes Update:
20201105081830

Immer mehr Schulen gehen wegen Corona ins Wechselmodell

07:25
05.11.2020
Die Zahl der Schulen mit coronabedingten Einschränkungen ist in Niedersachsen seit Wochenbeginn deutlich gestiegen. Wegen Infektionen sind landesweit derzeit rund zehn Grundschulen komplett geschlossen. Der Landesschulbehörde seien zudem circa 60 Schulen gemeldet worden, die ins Szenario B gewechselt sind, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums in Hannover am Mittwoch. Vor zwei Tagen waren erst zwölf Schulen im Wechselmodell. Dabei werden die Klassen geteilt, die Schüler wechseln meist wochenweise zwischen Unterricht in der Schule und Homeschooling.

Vorgesehen ist das Szenario B in Regionen ab 100 Neuinfektionen auf 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, wenn an der jeweiligen Schule eine Infektionsschutzmaßnahme wie Quarantäne für eine Lerngruppe angeordnet wurde. Das sieht die neueste Corona-Verordnung des Landes vor. In Nordrhein-Westfalen oder Hessen zum Beispiel gibt es dagegen eine solche landesweite Regelung nicht, dort bleiben Schulen auch bei hoher Sieben-Tages-Inzidenz komplett offen. Der Wert lag am Mittwoch in 14 niedersächsischen Kommunen über 100. Die örtlichen Gesundheitsämter können auch noch striktere Vorgaben verfügen.

In Niedersachsen sind darüber hinaus in 188 Schulen einzelne Klassen, Lerngruppen oder Jahrgänge coronabedingt vom Präsenzunterricht ausgeschlossen (Stand Mittwochmorgen). Am Montag galten erst in 137 Schulen derartige Einschränkungen. Ein allgemeiner, landesweiter Wechsel ins Szenario B oder andere Änderungen der frischen Regelung seien aktuell nicht geplant, sagte der Ministeriumssprecher. Das Szenario B gilt in der Regel jeweils zunächst für zwei Wochen.

Die derzeit komplett geschlossenen Grundschulen liegen in Eggermühlen (Landkreis Osnabrück), Hameln, Hannover, Helmstedt, Kirchwalsede (Landkreis Rotenburg), Salzgitter, Salzhemmendorf (Landkreis Hameln-Pyrmont), Wendisch Evern (Landkreis Lüneburg) und Wolfsburg. Der Landkreis Lüneburg hatte zudem gemeldet, dass die Grundschule Barendorf geschlossen sei. Diese taucht noch nicht in der Statistik der Landesschulbehörde auf.

Maria Sandig

Mehr Rückstau in Corona-Laboren - Größerer Anteil an Tests positiv

07:10
05.11.2020
Immer öfter kommen Corona-Labore mit dem Auswerten von Tests nicht hinterher. So meldeten laut Robert Koch-Institut (RKI) in der vergangenen Kalenderwoche (bis 1.11.) 69 Labore einen Rückstau von insgesamt 98 931 abzuarbeitenden Proben. Zwei Wochen zuvor waren es noch 52 Labore mit 20 799 abzuarbeitenden Proben, wie aus dem RKI-Lagebericht von Mittwochabend hervorgeht. 55 Labore nannten laut RKI zuletzt Lieferschwierigkeiten für Reagenzien unter anderem zum Auswerten der Tests, Plastikverbrauchsmaterialien und Pipettenspitzen.

«Mit steigenden Probenzahlen, wie sie zurzeit aufgrund der weiten Indikationsstellung zu beobachten sind, verlängern sich auch die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten, mit möglichen Konsequenzen für die zeitnahe Mitteilung des Ergebnisses an die betroffenen Personen, sowie einem größeren Verzug bei der Meldung an das Gesundheitsamt», schreibt das RKI. Es gebe in den letzten Wochen zunehmend Berichte von Laboren, die sich stark an den Grenzen ihrer Auslastung befänden. Es sei unter anderem «dringend geboten, den Einsatz der Tests im Hinblick auf den angestrebten Erkenntnisgewinn in Abhängigkeit freier Testkapazitäten zu priorisieren».

Die sogenannte Positivenquote bei Corona-Tests in Deutschland hat sich derweil in den vergangenen zwei Monaten in etwa verzehnfacht. So schlugen in Kalenderwoche 44 (bis 1.11.) laut RKI etwa 7,3 Prozent der Tests an - der höchste Wert seit der ersten Aprilhälfte. In Kalenderwoche 35 (bis 30.8.) waren es noch rund 0,7 Prozent.

Max Seidenfaden