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20201104174450

Inzwischen mehr als 30 Klagen gegen Corona-Regeln

14:46
04.11.2020
Nach dem Inkrafttreten der neuen Corona-Auflagen in Niedersachsen sind bis Mittwoch mehr als 30 Verfahren beim Oberverwaltungsgericht in Lüneburg eingegangen. Mit ersten Entscheidungen sei vermutlich frühestens in der nächsten Woche zu rechnen, sagte eine Sprecherin. Unter anderem haben sich Gastronomiebetriebe, Spielhallen oder Tattoo- und Piercingstudios an das OVG gewandt. Sie rechne mit weiteren Klagen, sagte die Gerichtssprecherin.

Seit Montag gilt wegen der stark gestiegenen Corona-Infektionszahlen ein Teil-Lockdown in bestimmten Bereichen. So müssen Gastronomiebetriebe sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen den ganzen November über schließen.

Maria Sandig

Bremen will kostenlose FFP2-Masken an Risikogruppen verteilen

13:31
04.11.2020
Zum besseren Schutz vor dem Coronavirus sollen Risikogruppen im Bundesland Bremen von Mitte November an kostenlose FFP2-Masken erhalten. „Gedacht sind die Masken für ältere Bürgerinnen und Bürger, also ab 65 Jahre aufwärts, und für Menschen mit Vorerkrankungen“, sagte der Sprecher des Senats, Christian Dohle, am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. „Wir wollen den bürokratischen Aufwand dabei so gering wie möglich halten. Erforderlich sind kein Attest und kein Rezept. Es reicht, den Anspruch glaubhaft vorzutragen.“

FFP2-Masken schützen den Träger oder die Trägerin wirksamer vor einer Ansteckung mit dem Virus als eine einfache OP-Maske oder eine Alltagsmaske aus Stoff. Hochwertige Masken filtern auch kleinste Partikel und Aerosole aus der Luft. Über den Plan des Senats hatte zunächst die Zeitung „Weser Kurier“ berichtet.

Der Senat stellt dafür zunächst zwei Millionen Euro bereit. Dem Sprecher zufolge reicht das für rund eine Million Masken. „Alle Beteiligten arbeiten mit Hochdruck an den Vorbereitungen“, sagte Dohle zu dem Vorhaben. Plan sei, die Masken vom 16. November an über die Apotheken auszugeben. „Der Senat wird die Masken auf dem freien Markt ankaufen“, erläuterte der Sprecher. „Vorübergehend kann man die Masken allerdings auch aus den vorhandenen Vorräten entnehmen - wenn sichergestellt ist, dass der Bestand wieder kurzfristig aufgefüllt wird.“

Maria Sandig

Suchtberatungen befürchten Schließungen aus Geldmangel

13:22
04.11.2020
Die Suchthilfe in Niedersachsen befürchtet Schließungen von Beratungsstellen, sollte das Land seine finanzielle Förderung nicht erhöhen. Notwendig sei eine Aufstockung um eine Million Euro jährlich, sagte die Vorsitzende der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen (NLS), Evelyn Popp, am Mittwoch.

Die Förderung des Landes in Höhe von 4,64 Millionen Euro stagniere seit Jahren, deshalb drohe ein Abbau von Stellen. Laut NLS verschärft die Pandemie die finanzielle Misere der landesweit 75 ambulanten Suchtberatungsstellen. Wegen der Hygieneregeln sei mehr Personal erforderlich, zum Beispiel weil Therapie-Gruppen verkleinert werden mussten.

Landesweit gibt es etwa 700 000 suchtkranke Menschen, rund 300 000 von ihnen haben Probleme mit Alkohol. Die Corona-Krise sei eine enorme Belastung, erklärte Popp, die auch Leiterin der anonymen Drogenberatung Delmenhorst ist. „Manche reagieren mit Angst und Rückzug, andere mit extremem Konsum.“ Rund 150 000 Menschen sind landesweit abhängig von Medikamenten, mehr als 30 000 von Cannabis und anderen illegalen Drogen. Hinzu kommen rund 50 000 mit einer Glücksspiel-Problematik und 56 000 Internetsüchtige.

Maria Sandig