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20201029091743

Merkel verteidigt harte Einschnitte gegen Corona

08:37
29.10.2020
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die drastischen Einschnitte gegen eine unkontrollierte Ausbreitung des Corona-Erregers in Deutschland als nötig verteidigt. „Die Maßnahmen, die wir jetzt ergreifen, sind geeignet, erforderlich und verhältnismäßig“, sagte Merkel am Donnerstag in einer Regierungserklärung im Bundestag. „Ich will es klar sagen: Ich verstehe die Frustration, ja die Verzweiflung gerade in diesen Bereichen“, sagte sie mit Blick auf Kritik etwa aus der Gastronomie.

Die Kanzlerin nannte als einen Hauptgrund für die allgemeinen Kontaktbeschränkungen das Abwenden von Gefahr für Risikogruppen. Die Gefahr, dass sich immer mehr Angehörige von Risikogruppen anstecken, sei groß. „Eine vollständige Abschirmung solcher Risikogruppen (...) kann (...) kein milderes Mittel sein.“ Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen und auch ganz Gesunde könnten schwer erkranken. „Deshalb überzeugen mich die anderen Konzepte nicht.“ Merkel: „In der aktuellen Lage kann der dynamische Anstieg der Infektionszahlen (...) entscheidend nur durch eine generelle und systematische Reduzierung der Kontakte verhindert werden.“ 

Jan-Felix Jasch

Die Pandemie ist eine medizinische, eine öknomische, eine soziale, eine politische, eine psychische Bewährungsprobe. Wir werden ihr nur mit Zusammenhalt und mit der Bereitschaft zum transparenten und offenen Austausch miteinander begegnen können. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Berlin während einer Regierungserklärung im Bundestag 08:35
29.10.2020

Merkel ruft alle Bürger weiter zur Vorsicht in Corona-Krise auf

08:36
29.10.2020
Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat alle Bürger zu weiterer Vorsicht und Solidarität in der Corona-Krise aufgerufen. Es komme auf jede und jeden einzelnen sowie Engagement, Ausdauer und Rücksichtnahme aller an, sagte Merkel am Donnerstag im Bundestag. Die Pandemie stelle die Gesellschaft in mehrfacher Hinsicht auf eine Bewährungsprobe - medizinisch, politisch, wirtschaftlich und sozial. Deutschland werde dem nur mit Zusammenhalt und der Bereitschaft zum Transparenten Austausch begegnen können. Die bisherigen Anstrengungen vieler Bürger beeindruckten und berührten sie zutiefst. Nur miteinander und füreinander komme man durch diese schwere Krise.

Merkel betonte: „Kritische Debatte schwächt nicht die Demokratie, sie stärkt sie.“ Lüge und Desinformation, Verschwörungen und Hass beschädigten aber nicht nur die Debatte, sondern auch den Kampf gegen das Virus. Was sich als wissenschaftlich falsch erwiesen habe, müsse klar benannt werden. Davon hingen auch Menschenleben ab.

Jan-Felix Jasch