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20201028190550

Landkreistag kritisiert Beschränkungen für Hotels und Restaurants

18:48
28.10.2020
Die Landkreise haben die neuen massiven Einschränkungen für Hotels und Restaurants wegen der Corona-Krise scharf kritisiert. Es gehe darum, das richtige Maß der Regeln gegen die Pandemie zu finden, erklärte der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, am Mittwoch. Die weitgehende Schließung von Gastronomie und Hotelbetrieb schieße über das Ziel hinaus. „Denn das hauptsächliche Infektionsgeschehen spielt sich derzeit vor allem im privaten Bereich ab und in der Regel nicht in Restaurants, Cafés und Hotels“, sagte Sager. Gerade in Anbetracht von Sperrstunden und Alkoholverbot sei eine Schließung „weder geeignet noch erforderlich“.

Die anderen Beschlüsse etwa zu Kontaktbegrenzungen unterstütze Sager ausdrücklich. Zwar werde den Menschen damit viel zugemutet. Doch die Schritte seien nötig, damit die Pandemie nicht entgleise. Für die Gesundheitsämter werde es immer schwieriger, zu ermitteln, wo sich jemand infiziert habe und wen er angesteckt haben könnte.

„Je konsequenter wir gemeinsam versuchen, persönliche Kontakte auf das notwendige Maß zu reduzieren und die gesellschaftliche Interaktion auf ein Minimum zurückzuführen, desto eher können diese drastischen Maßnahmen wieder beendet werden“, warb Sager.

Max Seidenfaden

Rom will mit Milliarden und Appellen Lage entschärfen

18:37
28.10.2020
Italiens Regierung will mit einem schnellen Nothilfe-Paket von über fünf Milliarden Euro die Folgen der jüngsten Corona-Beschränkungen abfedern. Viele Gelder würden schon ab November ausgezahlt, versicherte Finanzminister Roberto Gualtieri am Mittwoch.

Die Mitte-Links-Regierung in Rom hatte am Vorabend beschlossen, die von den neuen Schutzmaßnahmen stark betroffenen Unternehmen und Beschäftigen etwa im Tourismus und in der Kultur mit Geldspritzen und Steuerstundungen zu unterstützen. Dabei soll auch Bars und Restaurants geholfen werden, die früher schließen müssen, hieß es.

Die Regierung appellierte an die Bürger, sich von den gewaltsamen Ausschreitungen bei Protesten gegen die verschärften Corona-Regeln zu distanzieren. „Der Staat duldet kein gewalttätiges Verhalten“, sagte Minister Gualtieri nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa dem Sender Rai 1. 

Das 60-Millionen-Einwohner-Land hatte am Dienstag fast 22 000 bestätigte Neuinfektionen mit Corona innerhalb eines Tages gezählt - ein Rekord. Zudem starben 221 Menschen in Verbindung mit dem Virus.

In ganz Italien müssen seit Montag alle Lokale um 18.00 Uhr für Gäste schließen. Kinos, Theater, Fitnessstudios, Bäder, Skiresorts und Konzerthallen dürfen nicht mehr öffnen.

Maria Sandig