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20201009115116

Corona-Notstand: Slowakei ruft Armee zu Hilfe

11:22
09.10.2020
Weil die Corona-Infektionszahlen trotz des seit 1. Oktober geltenden Notstands rasant steigen, hat die slowakische Regierung den Einsatz der Armee beschlossen. Die Kapazitäten der Gesundheitsbehörden seien am Rand ihrer Möglichkeiten angekommen, erklärte Gesundheitsminister Marek Krajci am Freitag in Bratislava. Die Soldaten sollten bei Corona-Tests und dem Nachverfolgen von Kontakten Infizierter assistieren sowie das Krankenhauspersonal bei Routinetätigkeiten unterstützen.

Dafür habe die Regierung die Bereitstellung von 1500 täglich einsetzbaren Soldaten beschlossen, sagte Verteidigungsminister Jaroslav Nad. Der populistisch-konservative Regierungschef Igor Matovic schloss nicht aus, dass ganze Regionen vorübergehend unter Quarantäne gestellt werden: „Diese Frage ist auf dem Tisch.“

Die Slowakei gehörte im Frühjahr zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas. Seit Mitte September melden die Gesundheitsbehörden jedoch fast täglich neue Rekorde, obwohl das Land weniger testet als die meisten anderen EU-Länder. Am Freitag wurden zum zweiten Mal mehr als 1000 Neuinfektionen pro Tag bestätigt.

Anna Zacharias

Wenn 80 Millionen mitmachen, sinken die Chancen des Virus gewaltig. Diese Pandemie ist ein Charaktertest für uns als Gesellschaft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn über das Einhalten der Schutzregeln 10:54
09.10.2020

„Zieht euch warm an“ - Kultusminister schreibt Brief an Schüler

10:47
09.10.2020
In einem Brief an Niedersachsens Schülerinnen und Schüler hat Kultusminister Grant Hendrik Tonne sich für die Einhaltung der Corona-Regeln bedankt. In der kälteren Jahreszeit werde zur Normalität gehören, dass die Unterrichtsräume regelmäßig gelüftet werden müssen, erläuterte der SPD-Politiker. „Seid also bitte darauf vorbereitet, dass es zwischendurch etwas kühler wird und zieht euch warm genug an bzw. habt eine Jacke oder einen Pullover zum Überziehen dabei“, heißt es in dem am Mittwoch verfassten Schreiben.

Durch das Lüften werde die Luft im Raum regelmäßig ausgetauscht, daran führe kein Weg vorbei, um die Ansteckungsgefahr gering zu halten. „Hierfür brauchen wir eure Unterstützung und Hilfe!“, appellierte Tonne, der schöne Herbstferien wünschte und sich mit „Erholt euch gut und bleibt bitte gesund!“ verabschiedete.

Max Seidenfaden

Unionsfraktionschef kritisiert Berliner Corona-Management

10:35
09.10.2020
Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat das Corona-Management des rot-rot-grünen Senats in Berlin angesichts der stark gestiegenen Infektionszahlen scharf kritisiert. Er sei „zutiefst besorgt über das Krisenmanagement in Berlin“, sagte Brinkhaus am Freitag am Rande der Plenarsitzung des Bundestages. Problematisch sei das Vorgehen des Senats auch angesichts der Tatsache, dass die Arbeit des Bundestages sichergestellt werden müsse.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller kritisierte seinerseits die Beschränkungen für Urlaubsreisen. „Diese Reisebeschränkungen helfen aus meiner Sicht nicht“, sagte der SPD-Politiker am Freitag. Wenn es dazu eine mehrheitliche Verständigung gebe, müsse man dies akzeptieren. Das nicht abgestimmte Verfahren sei aber ungut. Zudem würden „wahnsinnig viele personelle Kräfte und Testkapazitäten“ gebunden - mit Ergebnissen, „die man so zumindest auch nicht braucht jetzt zur Pandemiebekämpfung“.

Am frühen Nachmittag will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Schaltkonferenz mit den Stadtoberhäuptern von Berlin, Hamburg, Bremen, München, Frankfurt am Main, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Leipzig und Stuttgart über die Lage beraten. Im Fokus dürfte unter anderem das Verhalten junger Menschen stehen. So gilt die Partyszene in mehreren Städten als ein Auslöser für die ansteigenden Infektionszahlen.

Anna Zacharias