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20201006071933

US-Behörde: Corona-Übertragung über längere Distanz möglich

06:22
06.10.2020
 Die US-Gesundheitsbehörde CDC stellt nun wieder offiziell fest, dass sich das Coronavirus auch über in der Luft schwebende kleine Partikel übertragen kann. Vor zwei Wochen hatte die CDC für Aufsehen gesorgt, weil sie erst einen Hinweis darauf in ihren Empfehlungen veröffentlicht hatte - und dann nach wenigen Tagen wieder zurücknahm. Zur Begründung hieß es, dass ein Entwurf fälschlicherweise zu früh veröffentlicht worden sei.

Am Montag schrieb die CDC in ihren Corona-Richtlinien wieder, das Virus könne unter bestimmten Bedingungen auch über eine längere Distanz als die bislang als maßgeblich angesehen sechs Fuß (etwa 1,8 Meter) übertragen werden. Dies sei der Fall gewesen in schlecht belüfteten Räumen. Mitunter hätten die Personen zudem schwer geatmet, etwa beim Singen oder Trainieren.

Wissenschaftler glauben nach Angaben der CDC, dass die Konzentration des Virus in der Luft durch die Umstände ansteigen konnte. Dabei seien zum Teil auch Menschen infiziert worden, die sich nicht nur zur gleichen Zeit, sondern auch kurz danach an einem Ort mit ansteckenden Personen aufgehalten hätten. Zugleich schränkte die CDC ein, dass der Großteil der Infektionen nach vorliegenden Daten in nächster Entfernung passiere.

Jan-Felix Jasch

Hamburgs Corona-Infizierte haben im Schnitt 15 enge Kontaktpersonen

05:34
06.10.2020
Die Corona-Pandemie beschert den Hamburger Gesundheitsämtern zurzeit wieder viel Arbeit. Je bestätigtem Neuinfizierten werden nach Angaben der Sozial- und Gesundheitsbehörde im Schnitt 15 enge Kontaktpersonen ermittelt. „Damit lässt sich auch das Ausmaß ermessen, welches rund 100 Neuinfektionen an einem einzigen Tag für den öffentlichen Gesundheitsdienst haben“, erklärte Behördensprecher Martin Helfrich.

Das Robert Koch-Institut unterscheidet verschiedene Kategorien von Kontaktpersonen. Demnach liegt ein höheres Infektionsrisiko etwa vor, wenn ein Mensch mindestens 15 Minuten persönlichen Kontakt zu einem Infizierten hatte. Dazu zählen beispielsweise Menschen aus demselben Haushalt.

Enge Kontaktpersonen der Kategorie 1 müssen sich nach Angaben des Senats für zwei Wochen in Quarantäne begeben. In den vergangenen sieben Tagen waren bis Montag 589 neue Fälle in Hamburg gemeldet worden. Das bedeutet, dass etwa 8800 weitere Menschen unter Quarantäne gestellt wurden. In den sieben Tagen davor hatten die Hamburger Gesundheitsämter 520 Neuinfektionen gemeldet, woraus sich rund 7800 Kontaktpersonen ergeben. Derzeit sind bei den Ämtern rechnerisch 240 Vollzeitmitarbeiter mit der Kontaktnachverfolgung beschäftigt, wie aus einer Senatsantwort auf eine Kleine Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion hervorgeht.

Jan-Felix Jasch