Im Corona-Hotspot Madrid streiten die Politiker über die richtigen Gegenmaßnahmen, während sich die zunehmend verunsicherte Bevölkerung irgendwie zu arrangieren versucht. Einen im Kern recht breiten politischen Konsens bei der Bekämpfung der Pandemie wie in Deutschland gibt es in Spanien nicht. Die Hauptstadt weist mit die höchsten Zahlen an Neuinfektionen Westeuropas auf und ist deshalb wie neun weitere Kommunen im Umland seit dem Wochenende vom Rest des Landes weitgehend abgeriegelt. Das hatte die linke Zentralregierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez durchgesetzt, die der Stadt Untätigkeit vorwirft. Viele Bürger beobachten das Geschehen fassungslos und werfen der Politik insgesamt Versagen vor.
„Vielen Dank für das Chaos, Pedro“, ärgerte sich die konservative Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso, die sich gegen die Abriegelung vor Gericht wehrt und sie für eine wirtschaftliche Katastrophe hält. Experten werfen ihr jedoch vor, zu spät und zu wenig gegen die seit August wieder steigenden Corona-Zahlen unternommen zu haben.
Jan-Felix Jasch