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RKI-Chef Wieler sieht Corona-Lage momentan gelassen

10:53
27.09.2020
Trotz steigender Zahl der Corona-Neuinfektionen sieht der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, die Lage in Deutschland momentan gelassen. „Zurzeit scheint noch alles unter Kontrolle“, sagte Wieler der „Welt am Sonntag“. Allerdings könne sich die Situation jederzeit ändern, und die Fallzahl könne exponentiell steigen, betonte er unter Verweis auf die Entwicklungen in Israel, Spanien und Frankreich.

Wieler appellierte an die Menschen, sich an die Regeln zu Abstand, Hygiene und Maskentragen zu halten und in Räumen zu lüften. „Wenn das alle tun, dann bin ich davon überzeugt, dass wir das gut überstehen können.“ Mit einem zweiten Lockdown rechnet der RKI-Chef nicht unbedingt. „Wenn wir die Ernsthaftigkeit behalten, die Achtsamkeit behalten, dann kann das aus meiner Sicht vermieden werden.“

Derzeit steckten sich die Menschen in Deutschland hauptsächlich im privaten Umfeld an, „also auf Partys, Hochzeitsfeiern, Beerdigungen, auch im Gottesdienst“. In Geschäften und auch in Betrieben gebe es dagegen - mit einigen spektakulären Ausnahmen - nicht viele Ansteckungen. „Die meisten Betriebe scheinen die Pandemie gut zu managen.“

Auch die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel hält Wieler zurzeit nicht für bedenklich, „wenn man Mund-Nasen-Bedeckung trägt und Abstand hält“. „Ich fahre auch jeden Tag mit der S-Bahn“, sagte er, räumte jedoch ein, dass das Lüften in der Bahn in der kalten Jahreszeit schwierig werden könnte.

Patrick Reichelt

Israels Präsident ruft zum Gedenken an Corona-Tote auf

10:40
27.09.2020
In Israel sind seit Beginn der Pandemie 1439 Menschen in Verbindung mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen hatte am Freitag mit 8315 ein Rekordhoch erreicht. Als schwer krank wurden zuletzt 719 Menschen eingestuft. Von allen Tests fielen am Samstag 13,7 Prozent positiv aus. Die Regierung sorgt sich um eine Überlastung des Gesundheitssystems, daher gilt in dem Land mit seinen rund neun Millionen Einwohnern derzeit zum zweiten Mal ein kompletter Lockdown.

Der Feiertag Jom Kippur geht von Sonntagabend bis Montagabend. Es ist der wichtigste jüdische Feiertag. Hunderttausende gehen dann normalerweise in Synagogen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat dazu aufgerufen, wegen der Infektionsgefahr davon abzusehen und stattdessen im Freien zu beten. Ähnlich hatten sich zuvor einem Bericht der „Jerusalem Post“ zufolge Rabbis im ganzen Land geäußert. Es wird jedoch befürchtet, dass sich insbesondere Strengreligiöse nicht daran halten. Am stärksten vom jüngsten Anstieg der Zahlen betroffen sind unter anderem ultraorthodoxe jüdische Wohnviertel. Dort leben häufig größere Familien auf engem Raum zusammen.

Patrick Reichelt