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20200924182902

Pariser Krankenhäuser reduzieren Zahl der Operationen

17:57
24.09.2020
Wegen der angespannten Corona-Lage wollen die Pariser Krankenhäuser die Zahl der Operationen notfalls reduzieren. Die Entscheidungen werden von Fall zu Fall auf den betroffenen Stationen getroffen, wie der Pariser Krankenhausverbund am Donnerstag mitteilte. Damit präzisierte der Verbund Angaben des Vizedirektors François Crémieux, den die Nachrichtenagentur AFP zitiert hatte. Dieser hatte demnach den Eindruck erweckt, es solle eine pauschale Kürzung der Operationen um etwa ein Fünftel geben. Der Verbund betonte außerdem, dass die aktuelle Situation nicht mit der im März vergleichbar sei.

Gesundheitsminister Olivier Véran hatte am Mittwochabend strengere Regeln für Städte wie Paris, Lille oder Rennes angekündigt. So sollen Bars ab 22 Uhr schließen. Die erlaubte Personenzahl bei Großveranstaltungen soll von 5000 auf 1000 reduziert werden. Bürgermeisterin Anne Hidalgo sieht die neuen Regelungen teilweise kritisch und bemängelte fehlende Absprache mit der Regierung. Die Zahl der Menschen, die sich in der Hauptstadt innerhalb einer Woche mit dem Coronavirus infiziert haben, lag zuletzt bei rund 180.

Michael Rabba

Großbritannien: Höchste Corona-Fallzahl seit Beginn der Pandemie

17:39
24.09.2020
Mit 6634 neuen registrierten Fällen von Corona-Infektionen hat Großbritannien den höchsten Stand innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie erreicht. Das teilte die zuständige Regierungsbehörde am Donnerstag mit. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet - das heißt, mehr Fälle blieben unentdeckt. 40 weitere Menschen starben an oder mit einer Coronavirus-Infektion. Mit mehr als 40 000 Toten ist das Vereinigte Königreich in absoluten Zahlen das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa.

Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten auch wieder schärfere Schutzmaßnahmen: Pubs und Restaurants müssen in England um 22 Uhr schließen. Zudem wurde die Maskenpflicht auf Taxis und weitere Geschäfte ausgeweitet. Die Regierung forderte Arbeitnehmer auf, wenn möglich, wieder von zuhause aus zu arbeiten.

Max Seidenfaden

Tarifstreit im öffentlichen Dienst: Verdi setzt wegen Corona auf dezentrale Streiks

17:08
24.09.2020
Im Tarifstreit für den öffentlichen Dienst setzt die Gewerkschaft Verdi in Niedersachsen wegen der Corona-Pandemie auf dezentrale Warnstreiks. „Der Streikbedarf ist riesig“, sagte Gewerkschaftssprecher Matthias Büschking. „Die Kolleginnen und Kollegen sind sauer.“ Man wolle aber wegen Corona die Mitglieder nicht zu zentralen Kundgebungen zusammenbringen.

Am Donnerstag nahmen nach Gewerkschaftsangaben in Verden 130 bis 150 Bedienstete von Stadt und Landkreis an einem Warnstreik teil. Der Aufruf richtete sich vor allem an Beschäftigte der Stadt, der Sparkasse Verden und der Aller-Weser-Klinik, wie Kornelia Knieper vom Verdi-Bezirk Bremen-Nordniedersachsen sagte. Nach Angaben von Stadt und Landkreis waren die Auswirkungen des Warnstreiks gering.

Für Freitag sind Warnstreiks in Lüneburg geplant. Der Oberbürgermeister der Hansestadt, Ulrich Mägde (SPD), führt die bundesweiten Verhandlungen für die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. Auch die Kommunalgewerkschaft Komba des Niedersächsischen Beamtenbundes hat für Freitag zu einem gezielten Warnstreik in Lüneburg aufgerufen. „Hannover ist Schwerpunkt nächste Woche“, kündigte Verdi-Sprecher Büschking an. Auch in Bremen und Bremerhaven sollen kommende Woche Warnstreiks stattfinden.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen 4,8 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat. Die Arbeitgeber haben in den ersten zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

Michael Rabba