Letztes Update:
20200918162056

Rennen um Corona-Impfstoff: Fresenius-Chef kritisiert Alleingänge

10:05
18.09.2020
Fresenius-Chef Stephan Sturm hat nationale Alleingänge im Rennen um Corona-Impfstoffe kritisiert. „Was mir besonders große Sorgen macht, ist, dass angesichts des Wettlaufs vielerorts offenbar der Versuchung nicht widerstanden wird, Abkürzungen zu nehmen“, sagte Sturm dem „Handelsblatt“ (Freitag).

Vielerorts würden Regeln gebogen, sagte der Manager. So wurde in Russland der weltweit erste Corona-Impfstoff für die breite Bevölkerung zugelassen, obwohl wichtige Tests fehlten. Und US-Präsident Donald Trump hat davon gesprochen, dass es bereits rund um die Wahl am 3. November einen Impfstoff geben könnte. Eine reguläre Zulassung bis dahin ist de facto aber unmöglich.

Man wisse längst nicht alles über das Virus und nichts über Spätfolgen, schon gar nicht von Impfstoffen, sagte Sturm. „In so einem Fall halte ich es für höchst fragwürdig, Abstand von erprobten Regelungen zu nehmen, wenn es um die Zulassung von Impfstoffen und Medikamenten geht - Pandemie hin oder her.“

Jan-Felix Jasch

EU-Minister wollen Wirtschaft gegen neue Corona-Welle rüsten

08:42
18.09.2020
Die EU will die europäische Wirtschaft für eine mögliche zweite Corona-Welle wappnen. Es gelte zu vermeiden, „dass infolge der wieder ansteigenden Infektionszahlen die wirtschaftlichen Aufschwungstendenzen in Europa beeinträchtigt und gefährdet werden“, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier am Freitag in Berlin vor informellen Video-Beratungen der EU-Minister für Industrie und Binnenmarkt. Das sei eine große Verantwortung.

Dazu wollten die Minister über die Erfahrungen aus „der großen ersten Welle der Pandemie im Frühjahr“ diskutieren, kündigte der CDU-Politiker an. Es gelte, „Schäden und Fehler“ wie in der ersten Jahreshälfte zu vermeiden. „Die Pandemie ist wieder zurück in den meisten unserer Länder“, sagte Altmaier. Zunehmend würden Regionen und Hauptstädte als Risikogebiete eingestuft, das gilt auch für den EU-Sitz Brüssel. Auch in Deutschland seien die Infektionszahlen gestiegen, sie hätten sich im Vergleich zum Tiefstand im Juli versechsfacht, sagte der Minister.

Jan-Felix Jasch