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20200912153439

Polizei: 10 000 Teilnehmer bei Corona-Demo in München

15:10
12.09.2020
Zur Corona-Demonstration in München sind am Samstag doppelt so viele Teilnehmer gekommen wie von den Veranstaltern angekündigt. „Wir gehen derzeit von 10 000 Teilnehmern aus“, sagte eine Sprecherin der Münchner Polizei. Die Hauptkundgebung musste knapp eine Stunde nach Beginn unterbrochen werden, weil Abstandsregeln nicht eingehalten wurden und Teilnehmer keine Masken trugen. Die Organisatoren der Demo, die Initiative „Querdenken 089“, hatten 5000 Teilnehmer angemeldet.

Auch an dem vorangegangenen Demonstrationszug durch die Münchner Innenstadt hatten deutlich mehr Menschen teilgenommen als zugelassen waren. Nach Polizeiangaben waren es in der Spitze 3000 statt der erlaubten 500. Weil die Zahl so deutlich überschritten worden sei und viele Teilnehmer keine Maske getragen hätten, hatte die Polizei den Zug gestoppt. Kurz darauf brachen die Veranstalter den Zug ab und baten die Teilnehmer, sich zur Hauptkundgebung auf der Theresienwiese zu versammeln.

Dort forderten Redner auf der Bühne unter anderem die Aufhebung der Immunität von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Außerdem müsse Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Patrick Reichelt

Mehr als 1000 Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen in Hannover

14:46
12.09.2020
Mehr als 1000 Menschen haben am Samstag in Hannover gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen protestiert. Sie beklagten unangemessene Eingriffe in die Grundrechte und staatliche Willkür. An dem Protestzug durch die Innenstadt beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 1100 Teilnehmer. Viele von ihnen hielten sich nicht an die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, so dass die Polizei die Demonstration mehrmals unterbrach und an die Maskenpflicht erinnerte, die gerichtlich bestätigt worden war.

Eine Rednerin sprach auf einer Kundgebung zu Beginn der Proteste von einer „Fake-Pandemie“. „Sie nehmen uns unsere Menschenrechte ab“, sagte sie mit Blick auf die Bundesregierung. Steuergelder würden verprasst, weil etwa teure Beatmungsgeräte ins Ausland verschenkt würden, die in Deutschland keine Verwendung fänden. Eine private Initiative hatte den Protest unter dem Titel „Walk to freedom“ (Gang zur Freiheit) angemeldet, insgesamt war mit 2000 Teilnehmern gerechnet worden.

In der Stadt gab es auch Protestveranstaltungen gegen die Kritik an den Corona-Maßnahmen, etwa von der Linken Jugend mit 200 Teilnehmern. Bei einer Kundgebung „Aufstehen gegen Rassismus“ wurden laut Polizei rund 450 Menschen gezählt.

Bei den Protesten blieb es nach Polizeiangaben bis zum späten Nachmittag friedlich. Es waren auch keine Reichsflaggen oder Reichskriegsflaggen zu sehen. Stattdessen wurden Regenbogenflaggen gezeigt und Transparente etwa mit dem Slogan „Inzwischen sind mehr Menschen an Corona verblödet, als gestorben“.

Patrick Reichelt