Bundesfinanzminister Olaf Scholz und seine EU-Kollegen beenden am Samstag ihr informelles Treffen in Berlin. Topthema ist die Umsetzung des 750-Milliarden-Euro-Programms gegen die Corona-Wirtschaftskrise. Dabei geht es zum einen darum, wie das Geld ab 2021 verwendet werden soll. Zum anderen wird über neue Geldquellen für die Europäische Union beraten, um die riesigen Schulden für das Programm über Jahrzehnte zu tilgen.
Am ersten Tag des Berliner Treffens, das Scholz als derzeitiger Ratsvorsitzender organisiert, hatte Frankreich Druck für die rasche Einführung einer Digitalsteuer aufgebaut. Wenn bis Jahresende kein Konsens auf Ebene der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gelinge, müsse Anfang 2021 eine europäische Lösung gefunden werden, forderte der französische Finanzminister Bruno Le Maire.
Zudem bekräftigten Scholz, Le Maire und weitere Finanzminister den Willen, geplante Digitalwährungen wie das Facebook-Projekt Libra strikt zu regulieren und notfalls zu verbieten.