Die Stadt Lüneburg will den traditionellen Weihnachtsmarkt in der historischen Innenstadt auch in diesem Jahr veranstalten, wartet aber auf ein Zeichen vom Land Niedersachsen. „Ich gehe davon aus, dass wir das machen können. Der Weihnachtsmarkt ist eine Attraktion, aber wir wollen auch keine Hotspots“, sagte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge (SPD) der dpa. „Was ist mit der Hygiene, muss jeder für ein Glas Glühwein den Anwesenheitszettel unterschreiben?“ Es müsse für die Corona-Prävention einen A-, B- und C-Veranstaltungsplan für die Hansestadt geben.
Bei einem runden Tisch holte Mädge am vergangenen Freitag auch die Schausteller, private Marktbetreiber und das Stadtmarketing zusammen. Lüneburg profitiert in der Adventszeit von vielen Tagestouristen, die per Bus angereist kommen, shoppen gehen und über den Weihnachtsmarkt schlendern. „Ohne Weihnachtsmarkt geht die Welt nicht unter, aber ein Stück Tradition verloren“, sagte Mädge, der als Präsident des Städtetags Niedersachsen einen Weihnachtsgipfel für das Land fordert.
Nur die Hälfte der Stände
42 Stände gehören normalerweise zum Lüneburger Weihnachtsmarkt vor dem historischen Rathaus, in diesem Jahr soll es coronabedingt höchstens die Hälfte sein, verteilt über die 78.000-Einwohner-Stadt. Standgebühren für öffentliche Flächen soll es bis Jahresende nicht geben.
Der nur an einem Dezember-Wochenende stattfindende ALA-Weihnachtsmarkt wurde bereits von den privaten Betreibern abgesagt. Die Enge in der Altstadt lasse wegen der Ansteckungsgefahr das Aufstellen der Buden nicht zu.
Mindestens bis Ende Oktober sind Veranstaltungen in Niedersachsen mit mehr als 1000 Personen verboten. Nach Angaben der Stadt Lüneburg gibt es „Signale von der Landesspitze, dass unter bestimmten Voraussetzungen weihnachtliche Märkte erlaubt werden können, wenn sie nicht länger als vier Wochen dauern und es Zugangskontrollen gibt, um im Corona-Fall zurückverfolgen zu können, wer sich dort zusammen aufgehalten hat“.