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20200903200541

Niedersächsische Seehäfen schlagen elf Prozent weniger um

15:13
03.09.2020
Die neun Seehäfen in Niedersachsen haben wegen der Corona-Pandemie im ersten Halbjahr deutlich weniger umgeschlagen. Der Rückgang lag bei elf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie die landeseigene Betreibergesellschaft Seaports of Niedersachsen mitteilte. 24 Millionen Tonnen Güter wurden über die Häfen des Landes verschifft nach 27 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2019.

Von allen Warengruppen verzeichneten die Autotransporte über Emden und Cuxhaven mit einem Minus von 39 Prozent den stärksten Rückgang. In Cuxhaven halbierte sich der Umschlag aller Güter nahezu. Stade, Oldenburg und Papenburg waren von den coronabedingten Handelsunterbrechungen weniger betroffen und verzeichneten sogar ein leichtes Plus. Der Containerterminal Wilhelmshaven kam mit 222 400 Standardcontainern auf knapp zwei Drittel des Vorjahresumschlags.

Niedersachsen betreibt die Seehäfen Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven.

Stefanie Heitmann

Lockdown in 30 Orten - Israel reagiert auf Anstieg von Corona-Zahlen

14:56
03.09.2020
Nach einer Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen will die israelische Regierung mit Lockdown-Maßnahmen in besonders betroffenen Orten die weitere Ausbreitung des Virus eindämmen. Das sogenannte Coronavirus-Kabinett entschied am Donnerstag, dass die schärferen Regeln von Montag an in 30 Orten mit hohen Infektionszahlen gelten sollten.

Ein israelischer Repräsentant sagte, in diesen Ortschaften sollten die Menschen nur in dringenden Fällen das Haus verlassen, etwa zum Einkaufen von Lebensmitteln oder Medikamenten. „Wenn wir keine Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus ergreifen, kann die Situation außer Kontrolle geraten“, sagte er. Notfalls müsse die Polizei die Maßnahmen in den stark betroffenen Orten entschlossener umsetzen.

Zuvor waren in Israel nach Angaben des Gesundheitsministeriums erstmals an einem Tag mehr als 3000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet worden.

Wie Ministerpräsident Benjamin Netanjahu steht auch Israels Corona-Beauftragter Ronni Gamzu in der Krise stark unter Druck. Er hat mit starkem Widerstand zu kämpfen. So hatte Chaim Kanievsky, ein führender Rabbiner innerhalb der strengreligiösen Gemeinschaft, jüdische Religionsstudenten dazu aufgerufen, sich nicht auf das Coronavirus testen zu lassen. Als Grund gab er an, eine Corona-Quarantäne gefährde die Bibelstudien.

Einem Bericht der Zeitung „Haaretz“ zufolge hatte Gamzu zuletzt gesagt, dass 28 Prozent aller Corona-Fälle auf die arabische Bevölkerung zurückzuführen seien, 22 Prozent auf Ultraorthodoxe. In vielen der als „rot“ eingestuften Orte mit hohen Fallzahlen leben vornehmlich ultraorthodoxe Juden oder arabische Israelis.

Die Pandemie war in Israel auch wegen eines strikten Kurses der Regierung zunächst glimpflich verlaufen. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe.

Stefanie Heitmann