Letztes Update:
20200826093207

Irische Regierung wirft EU-Handelskommissar Corona-Verstöße vor

09:17
26.08.2020
Der irische EU-Handelskommissar Philip Hogan gerät wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln seines Landes immer stärker unter Druck. Die Regierung in Dublin distanzierte sich am Mittwoch von ihm. Hogan habe klar gegen Pandemie-Maßnahmen verstoßen, teilten Premierminister Micheal Martin und andere Politiker mit.

Kurz zuvor hatte Hogan (60) am Dienstagabend in einem Interview des irischen Senders RTE erneut seine Unschuld beteuert.  EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen prüft, ob sie Konsequenzen aus dem Verhalten des Iren zieht. Hogan lieferte ihr etwa 20 Seiten Dokumente mit Angaben zu seinem Aufenthalt in Irland.

Der EU-Handelskommissar hatte kürzlich mit etwa 80 anderen Personen an einem Dinner einer Golf-Gesellschaft in einem Hotel im Westen Irlands teilgenommen. Wegen des Besuchs der großen Veranstaltung ist bereits der irische Landwirtschaftsminister Dara Calleary nach nur fünf Wochen im Amt zurückgetreten. Hogan hatte sich zwar für seine Teilnahme an dem Event entschuldigt, aber betont, er sei davon ausgegangen, dass die Veranstalter alle Vorschriften einhielten.

Das Gesundheitsministerium in Dublin wirft Hogan außerdem vor, dass er nach seiner Einreise mit Fahrten innerhalb Irlands gegen Pandemie-Maßnahmen verstoßen habe. „Ich war für niemanden ein Risiko“, argumentierte der EU-Handelskommissar. Er sei schließlich kurz zuvor negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Jan-Felix Jasch

„Das ist keine Entscheidung gegen die Versammlungsfreiheit, sondern eine Entscheidung für den Infektionsschutz.“ Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD)  zum Verbot von am Wochenende geplanten Demonstrationen gegen die Corona-Politik. 09:14
26.08.2020