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Studie: Knapp jeder Dritte in Neu Delhi hat Corona-Antikörper im Blut

12:04
20.08.2020
Ein Corona-Antikörper-Test im Auftrag der indischen Regierung hat ergeben, dass hochgerechnet knapp jeder dritte Mensch (29,1 Prozent) in der Hauptstadt Neu Delhi diese Antikörper im Blut hat. Untersucht worden seien Proben von 15 000 Personen, sagte der Gesundheitsminister der Stadt, Satyendar Jain, am Donnerstag. In Indien gibt es weltweit nach Brasilien und den USA am drittmeisten bekannte Coronafälle - insgesamt mehr als 2,8 Millionen Fälle. Und die Zahl der bekannten Neuansteckungen nimmt weiter rasch zu - zuletzt um knapp 70 000 in 24 Stunden.

Rechnet man die 29,1 Prozent der Antikörper-Studie auf die Bevölkerung hoch, müsste es aber in Neu Delhi allein 5,8 Millionen Menschen geben, die mit der Krankheit in Berührung gekommen sind, wie der Minister sagte. Vor gut einem Monat hatten bei einem ähnlichen Test 23,48 Prozent der Menschen Antikörper im Blut. Beide Werte sind deutlich höher als die offiziellen Zahlen der bekannten Coronafälle. Demnach haben sich weniger als ein Prozent der Bevölkerung von Neu Delhi mit dem Coronavirus infiziert - konkret mehr als 151 000 Menschen.

Die hohen Antikörper-Werte sowie die Tatsache, dass die Zahl der bekannten Neuansteckungen in der Hauptstadt inzwischen etwas tiefer ist als noch vor mehreren Wochen, könnten ein Hinweis auf ein Zubewegen auf eine mögliche Herdenimmunität sein, hieß es schon von Regierungsmitarbeitern. Doch Forscher wollen in der Hauptstadt zunächst mehr Antikörper-Test machen, hieß es.

Max Seidenfaden

Bundeswehr auf mehr Unterstützung bei Corona-Tests eingestellt

11:42
20.08.2020
Die Bundeswehr ist auf eine größere Unterstützung bei Corona-Tests von Reiserückkehrern vorbereitet. Derzeit seien etwa 300 Männer und Frauen im Einsatz, um die zivilen Behörden auf Flughäfen oder an Autobahnraststätten zu unterstützen, sagte Generalleutnant Martin Schelleis, der den Unterstützungseinsatz koordiniert und führt, am Donnerstag in einer Telefonschalte mit Journalisten. Schelleis ist der Inspekteur der sogenannten Streitkräftebasis und damit Nationaler Territorialer Befehlshaber der Bundeswehr.

Binnen 48 Stunden könnten weitere 750 Soldaten für diese Hilfe eingesetzt werden, sagte er. Von Freitag an würden in Köln 49 Soldaten die Arbeit des Gesundheitsamtes unterstützen. Aktuell hätten vier Bundesländer - Schleswig-Holstein, Sachsen, Thüringen und Niedersachsen - keinen Unterstützungsbedarf bei der Testung von Reiserückkehrern gemeldet. Insgesamt habe die Bundeswehr in der Corona-Krise bisher etwa eine Million Arbeitsstunden an Unterstützungsleistungen erbracht.

Max Seidenfaden

Forscher: Coronavirus breitet sich in trockenen Räumen stärker aus

11:10
20.08.2020
Die Ausbreitung des Coronavirus wird nach Angaben eines Forscherteams aus Leipzig und Indien auch von der Luftfeuchtigkeit beeinflusst. „Liegt die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft unter 40 Prozent, dann nehmen die von Infizierten ausgestoßenen Partikel weniger Wasser auf, bleiben leichter, fliegen weiter durch den Raum und werden eher von Gesunden eingeatmet“, erläuterte Ajit Ahlawat vom Institut für Troposphärenforschung (Tropos) in Leipzig am Donnerstag. Hintergrund ist, dass als wichtiger Übertragungsweg von Sars-CoV-2 neben der Schmierinfektion, sogenannte Aerosole, Mischungen winziger Teilchen in der Luft, gelten.

Das Team aus Physikern des Tropos und des CSIR-National Physical Laboratory in New Delhi hatten zehn internationalen Studien, die zwischen 2007 und 2020 den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf das Überleben, die Ausbreitung und Infektion mit den Erregern der Grippe und verschiedenen Coronaviren untersucht haben, ausgewertet. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal „Aerosol and Air Quality Research“ veröffentlicht.

Im Ergebnis empfehlen die Forscher neben den bisher üblichen Maßnahmen wie Abstand und Masken auch die Raumluft zu kontrollieren. Eine relative Feuchte von 40 bis 60 Prozent könne die Ausbreitung der Viren und deren Aufnahme über die Nasenschleimhaut reduzieren.

Max Seidenfaden