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Industrieverband verlangt Ausweitung der Kapazitäten für Corona-Tests

06:11
19.08.2020
Die deutsche Industrie hat die Bundesregierung und die Länder wegen ihrer Strategie bei den Corona-Tests heftig kritisiert. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) forderte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch) eine Erhöhung der Testkapazitäten. „Damit in den kommenden Monaten wirtschaftliche Aktivität möglich bleibt, muss insgesamt viel großflächiger und einheitlicher getestet werden“, sagte Iris Plöger, Mitglied der BDI-Hauptgeschäftsführung. Die Bundesregierung hinke ihrem eigenen Anspruch, die Kapazitäten auf 4,5 Millionen Tests pro Woche zu steigern, „meilenweit hinterher“.

Die Verbandsvertreterin warnte vor schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. „Es darf nicht sein, dass Betrieben der Produktionsstopp droht, weil sich ihre Beschäftigten in Quarantäne begeben müssen aufgrund mangelnder Testkapazitäten, langwieriger Befundübermittlung per Fax und Telefon sowie lückenhafter Absprachen mit überlasteten Hausärzten und Gesundheitsbehörden“, so Plöger. Bund und Länder müssten ihre gemeinsame Handlungsfähigkeit beweisen. „Die Stabilisierung der wirtschaftlichen Aktivität ist in Gefahr.“

Die BDI-Vertreterin warnte vor steigenden Infektionszahlen und kritisierte ein aus ihrer Sicht „noch immer nicht flächendeckend vorhandenes Testangebot“ für Reiserückkehrer.

Wenige Gäste und kein Ständchen: Partys in Corona-Zeiten

05:32
19.08.2020
Nach mehreren Feiern häuft sich wieder die Zahl der Corona-Fälle. Damit steht das gesellige Vergnügen erneut auf dem Prüfstand. Der Ärzteverband Marburger Bund fordert Obergrenzen für Gäste und Konzepte fürs Lüften. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt, dass sich das Virus besonders gut verbreite, wo Menschen zusammen kommen. Darauf müssen Gäste auf Hochzeiten, Taufen und Partys in Corona-Zeiten achten:

Zahl der Gäste: Je kleiner die Gruppe, desto besser, sagt Professor Ulf Dittmer vom Institut für Virologie am Universitätsklinikum Essen. So entstünden keine langen Infektionsketten. Personen mit Vorerkrankungen sollten derzeit auf Feiern in größeren Gruppen verzichten.

Hygiene- und Abstandsregeln: Der Virologe empfiehlt, auch auf Feten einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, wenn man sich bewegt. Außerdem rät er zu einer festen Sitzordnung und zum Abstandhalten. „Wir können zurzeit einfach leider nicht so feiern, wie wir das gewohnt sind von früher.“

No-Gos: „Ein sehr großes Risiko ist singen“, warnt Dittmer. In der Vergangenheit hätten viele Infektionsketten damit zusammengehangen. Auch krank auf Feiern zu gehen, sei unverantwortlich. „Kranke Personen verbreiten das Virus noch viel stärker als das nichtkranke, aber infizierte Personen tun.“

Nach der Feier: Wer sich nach einer Party krank fühlt, sollte sich Dittmer zufolge unbedingt testen lassen. So könnten andere Infizierte benachrichtigt und Infektionsketten unterbrochen werden.

Weil die verschiedenen Vorschriften ein unübersichtliches Bild abgeben, diskutieren Politiker, Gastronomen und Veranstalter derzeit über gleiche Regeln für Feste und Feiern während der Corona-Krise.„Bremen ist grundsätzlich für bundesweit einheitliche Regelungen. Das war schon immer so und das gilt auch jetzt. Und das gilt auch für die Corona-Vorschriften für öffentliche und private Veranstaltungen“, sagt Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD).