Letztes Update:
20200815174454

Kostenlose Reservierung für Bahnkunden gefordert

14:23
15.08.2020
Bahnreisende im Fernverkehr sollten aus Verbraucherschützer-Sicht in der Corona-Krise kostenlos einen Sitzplatz reservieren können. „Neben der Maskenpflicht ist Abstand einfach das Beste, was wir zur Zeit tun können“, sagte Klaus Müller, der Vorstand des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, der Deutschen Presse-Agentur. Züge dürften nicht voll gedrängt sein.

„Auf viel befahrenen Strecken muss die Bahn deshalb zusätzliche Waggons einsetzen, die Belegung mit intelligenter Technik im Zug entzerren und bevorzugt Reisende mit Reservierung einsteigen lassen“, sagte Müller. „Wobei die Reservierungsgebühren im Fernverkehr während Corona entfallen sollten.“

Wer zweite Klasse fährt, zahlt für die Reservierung derzeit vier Euro, für eine Familie sind es acht Euro. In der ersten Klasse ist der feste Sitzplatz dagegen beim Flex- und Sparpreis inklusive. In den vergangenen Tagen waren wieder Forderungen nach einer Reservierungspflicht laut geworden.

Dies lehnt die Deutsche Bahn bislang ab und wollte dem am Samstag nichts hinzufügen. „Unsere Kunden schätzen die Flexibilität“, hatte Vorstandschef Richard Lutz erst vor Kurzem wieder betont. Für die Bahn ist das flexibele Zusteigen auch ein wichtiges Verkaufsargument im Wettbewerb mit dem Flugzeug.

Vanessa Ranft

Auch in Trier Probleme mit Corona-Tests: „Aber nicht wie in Bayern“

12:50
15.08.2020
Auch in Rheinland-Pfalz kommt es zu Verzögerungen bei der Übermittlung von Ergebnissen der Corona-Tests - etwa in Trier. Es sei schwer zu schaffen, alle negativen Befunde zeitnah herauszugeben, sagte der Leiter des Gesundheitsamtes für Trier und Trier-Saarburg, Harald Michels, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Das liege auch daran, dass alles mit Papier gemacht werde. Alle positiven Fälle seien aber sofort informiert worden - „da sind wir ganz nah an den Leuten“, sagte Michels. „Das ist hier nicht so wie in Bayern. Wir schaffen es nur nicht, die negativen Befunde zeitnah rauszugeben.“ Zuvor hatte bereits das ZDF über die Verzögerungen berichtet.

Drastische Verzögerungen hatte es zuvor in Bayern gegeben. 44.000 Rückkehrer von Auslandsreisen warteten - Stand Mittwoch - nach Tests an den Autobahnen dort noch auf ihre Ergebnisse, darunter mehrere Hundert nachweislich Infizierte.

In Trier sei am Samstag bereits personell aufgestockt worden, berichtete der Amtsleiter weiter. „Heute sind wir mit mindestens acht Leuten dran, und am Montag sind wir mit noch mehr Leuten dran. Dann wird das rasch aufgearbeitet.“ Durch die Fülle der Tests komme es zum Arbeitsverzug.

„Es liegt nicht an unserem guten Willen, es liegt einfach an der Struktur: Dass noch mit Papier geschafft werden muss“, betonte Michels. Es liege nicht „an uns als Gesundheitsamt“, sondern der Bund sei dafür verantwortlich. Es sei dringend notwendig, dass deutsche elektronische Melde- und Informationssystem „mal auf Vordermann zu bringen, dass es funktioniert“.

„Man hätte besser, bevor man so etwas aus dem Boden stampft, politisch die Strukturen geschaffen, die das leisten können“, meinte Michels. In Luxemburg zum Beispiel arbeite man elektronisch. „Mit Papier kann das bei den Mengen nicht funktionieren.“

Bis Freitagabend waren an der Station auf einem Autobahnrastplatz bei Trier 4545 Tests bei Reiserückkehrern absolviert worden. Bis Freitagmittag lagen fünf positive Fälle vor. „Was bei uns auf jeden Fall nicht passiert ist, ist, dass die Positiven nicht informiert werden“, unterstrich der Amtsleiter.

Nur rund 20 Prozent der im Gesundheitsamt von Trier verarbeiteten Fälle kämen tatsächlich auch aus seinem eigentlichen Zuständigkeitsbereich, sagte Michels im ZDF. Über die Grenze aus Luxemburg kämen viele heimkehrende Spanien-Urlauber.

Stefanie Heitmann