Letztes Update:
20200813145349

Corona-Neuinfektionen nehmen vor allem bei jüngeren Menschen zu

13:23
13.08.2020
Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist abermals deutlich gestiegen. Nach Monaten der Entspannung liegt sie nun bereits auf dem Stand von Anfang Mai - es sind inzwischen aber immer mehr junge Menschen, die sich anstecken. Das Durchschnittsalter der Infizierten ist in der vergangenen Woche auf 34 Jahre gesunken. Das sei „das niedrigste Durchschnittsalter seit Beginn“ der Pandemie, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstag im ZDF-„Morgenmagazin“. Zum Vergleich: Im April lag es noch bei etwa 50 Jahren.

Spahn wies zwar darauf hin, dass es wegen des jüngeren Alters der Infizierten nun auch weniger schwere Verläufe der Covid-19-Krankheit gebe. Er warnte aber: „Das heißt trotzdem, sehr, sehr wachsam miteinander zu sein, weil es eben doch dann zu oft auch schwerste Verläufe geben kann und eben auch Todesfälle - wenn wir nicht aufpassen, in der Familie, im Freundeskreis, auf der Arbeit.“ Zudem könnten jüngere Menschen ältere anstecken, etwa ihre Eltern und Großeltern oder als Heimpersonal Krankenhauspatienten und Altenheimbewohner.

Bereits am Vortag hatte Spahn vor Partys oder Leichtsinn bei Veranstaltungen mit einer größeren Anzahl von Menschen gewarnt. Jüngere Menschen sind mobiler als ältere und stecken sich nach den Lockerungen von Kontakt- und Reisebeschränkungen möglicherweise deshalb nun häufiger an.

Vanessa Ranft

Bahnfahrer aus Risikogebieten sollen Online-Formular ausfüllen

11:57
13.08.2020
Bahnreisende aus Risikogebieten sollen ihre Daten bei der Fahrt mit der Deutschen Bahn in Online-Formulare eintragen. Diese stehen von nun an auf der Internetseite des bundeseigenen Konzerns zur Verfügung, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte. Darin müssen die Kunden ihre Zugdaten, die persönliche Adresse sowie Ziele und Aufenthaltsorte in Deutschland angeben. Auch mögliche Covid-19-Krankheitssymptome sollen in dem Formular angegeben werden.

„Reisende, die mit Zügen der Deutschen Bahn aus Risikogebieten einreisen, werden mit Durchsagen in den Zügen darüber informiert, dass die behördliche Pflicht besteht, Kontaktdaten und Angaben zur Reise zu hinterlegen“, hieß es. „Die Daten werden sicher gespeichert und nur auf offizielle Nachfrage den Gesundheitsbehörden zur Verfügung gestellt.“ Nach einem Monat würden sie gelöscht. Ob die betroffenen Reisenden der Aufforderung nachkommen, werde allerdings nicht kontrolliert.

Das einzige Risikogebiet, aus dem heraus es regionale Bahn-Verbindungen nach Deutschland gibt, ist derzeit Luxemburg. Mit München, Nürnberg und Stuttgart können sich Reisende bislang an drei deutschen Bahnhöfen testen lassen. Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten sind Tests verpflichtend.

Patrick Reichelt

Viele Lehrer aus Risikogruppen müssen unterrichten

11:27
13.08.2020
Zu Beginn des neuen Schuljahres müssen in mehreren Bundesländern viele Lehrer unterrichten, die bisher im Homeoffice bleiben durften, weil sie zur Corona-Risikogruppe zählten. Das Kultusministerium im Saarland rechnet etwa damit, dass nur noch 1,4 Prozent der Lehrkräfte von der Präsenzpflicht befreit werden, wie eine Umfrage des Magazins "Spiegel" (Samstag) ergab. Vor den Ferien seien es 13 Prozent gewesen.

In Mecklenburg-Vorpommern sank laut der Umfrage die Zahl von 34 Prozent in der ersten Pandemiephase auf nun 1,5 Prozent. Niedersachsen rechnet demnach damit, dass acht Prozent der Lehrkräfte befreit bleiben, in Baden-Württemberg geht man von sechs Prozent aus. In Schleswig-Holstein dürfen nach Angaben des Bildungsministeriums nur 100 der etwa 28.000 Lehrkräfte im Land zu Hause bleiben, das entspricht einer Quote von etwa 0,4 Prozent. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) war jüngst in die Kritik geraten, weil viele Lehrkräfte trotz Attest vom behandelnden Arzt auch noch vom Amtsarzt untersucht werden mussten und zurück in die Schule gehen müssen. Insgesamt waren dort 2.000 Anträge auf Befreiung von der Präsenzpflicht eingegangen.

Patrick Reichelt