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Schlachtbetriebe produzieren wegen Corona weniger Fleisch

07:23
07.08.2020
Die Fleischproduktion in Deutschland ist im zweiten Quartal infolge der Corona-Krise gesunken. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verringerte sie sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2,6 Prozent. Nach einem Corona-Ausbruch hatten die Behörden Mitte Juni Deutschlands größtem Schlachtbetrieb Tönnies ein vierwöchige Zwangspause verordnet.

In ersten drei Monaten des Jahres hatten die Schlachtbetriebe insgesamt noch mehr Fleisch erzeugt (plus 1,4 Prozent), wie das Bundesamt am Freitag berichtete. Unter dem Strich stand im ersten Halbjahr dann ein Rückgang um rund 0,6 Prozent auf knapp 3,9 Millionen Tonnen. Neben dem Geflügel mussten dafür 28,9 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde sterben.

Die Tönnies-Zwangspause wirkte sich auch auf die regionale Entwicklung der Schlachtmengen von Schweinefleisch aus. Während sie in Nordrhein-Westfalen im Halbjahr um 9,8 Prozent zurückging, stieg sie im größten Erzeugerland Niedersachsen um 2,0 Prozent und in Sachsen-Anhalt sogar um 12,9 Prozent. Nach Einschätzung der Statistiker haben andere Betriebe von der Tönnies-Schließung profitiert. Steigende Nachfrage gibt es weiterhin für Geflügelfleisch, dessen Menge im Halbjahr um 1,9 Prozent zulegte. Rindfleisch war hingegen erneut rückläufig.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten kritisierte, dass die deutsche Fleischproduktion selbst in der Krise auf dem hohen Niveau der vergangenen Jahre bleibe. Dies sei auch durch ausbeuterische Lebens- und Arbeitsbedingungen für Zehntausende osteuropäische Werkvertragsbeschäftigter erkauft worden, erklärte NGG-Vize Freddy Adjan. Er forderte: „Das vom Kabinett beschlossene Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in der Fleischwirtschaft muss im September ohne Abstriche den Bundestag passieren.“

Stefanie Heitmann

Teilweiser Lockdown auf griechischer Kleininsel Poros

07:05
07.08.2020
Die griechische Regierung hat erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie umfangreiche Einschränkungen auf einer Insel angeordnet. Nachdem auf der kleinen Urlaubsinsel Poros gut ein Dutzend Menschen positiv auf das Virus getestet wurden, gilt eine Maskenpflicht für alle Einrichtungen, sowohl in überdachten als auch im Freien, teilte der griechische Zivilschutz am Freitag mit.

Demnach müssen alle Geschäfte inklusive Bars, Tanzlokale und Tavernen um 23.00 Uhr schließen. Versammlungen von mehr als neun Personen sind nicht mehr erlaubt. Partys, religiöse Feiern sowie Wochenmärkte wurden abgesagt. In Tavernen und Restaurants sowie Bars dürfen höchstens vier Menschen an einem Tisch sitzen. Diese Maßnahmen gelten zunächst bis zum 17. August.

In Poros mit rund 4000 Einwohnern verbringen hauptsächlich Athener ihren Sommerurlaub. Die Insel ist zudem ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, die die griechische Hauptstadt besuchen und kurz auch eine griechische Insel sehen wollen. Im Sommer verdreifacht sich die Bevölkerung der Insel. Von Piräus aus dauert eine Fahrt mit dem Schiff rund zwei Stunden.

Griechenland weist - gemessen an seiner Bevölkerung von gut 10,5 Millionen - eine geringe Zahl von Infektionen mit dem Coronavirus auf. In den vergangenen Tagen ist die Zahl von Infizierten schlagartig angestiegen. Anfang der Woche waren 75 Fälle registriert worden. Am Mittwoch stiegen sie auf gut 150, wie der Zivilschutz mitteilte. Seit Ausbruch der Pandemie sind - Stand Donnerstag - 210 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus in Griechenland gestorben.

Stefanie Heitmann