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Österreich verlängert Kurzarbeitsmodell in Coronakrise bis März 2021

12:08
29.07.2020
Österreich verlängert sein Corona-Kurzarbeitsmodell in etwas veränderter Form um weitere sechs Monate bis Ende März 2021. Das kündigte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Mittwoch in Wien an. Das Modell sei überarbeitet worden, „um es treffsicherer zu machen und Missbrauch zu verhindern“, sagte Kurz nach einem Treffen
mit dem Präsidenten des Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB) Wolfgang Katzian, und dem Chef der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Harald Mahrer.

Laut Katzian werden die Kriterien für den Bezug der Kurzarbeit präziser gefasst. Außerdem muss im Regelfall der Beschäftigte zumindest 30 Prozent - bisher waren es im Regelfall zehn Prozent - der Arbeitszeit vor der Kurzarbeit tätig sein. Abhängig von der Höhe des Einkommens können Betroffene weiterhin mit 80 bis 90 Prozent des letzten Gehalts rechnen.

In Spitzenzeiten waren in Österreich 1,3 Millionen Arbeitnehmer in Kurzarbeit. Zuletzt betrug ihre Zahl 447.000. Wegen des äußerst schwierigen Exportgeschäfts drohe in der Industrie, die aktuell noch alte Aufträge abarbeite, im Herbst und Winter eine besonders schwierige Lage, warnte Mahrer.

Vanessa Ranft

Virologe lobt DFL-Maßnahmen - Skepsis gegenüber Fan-Rückkehr

11:27
29.07.2020
Der Dresdner Virologe Alexander Dalpke sieht die meisten geplanten Maßnahmen der Deutschen Fußball Liga positiv, steht einer Rückkehr von Zuschauern in die Stadien aber weiter skeptisch gegenüber. „Es wird auch in Stadien Übertragungen geben, das wird nicht zu verhindern sein. Um Infektionen komplett auszuschließen, müsste man Spiele mit Zuschauern weiter verbieten“, sagte Dalpke am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf eine Rückkehr der Fans in der Fußball-Bundesliga während der Corona-Pandemie.

Er sehe das Risiko dahingehend, dass „Sportereignisse emotionale Veranstaltungen sind. Die Leute werden nicht ruhig auf ihren Plätzen sitzen bleiben und schweigen. In dem Moment, wo geschrien wird, werden Tröpfchen und Aerosole produziert und freigesetzt“.

Der Leiter des Instituts für Virologie, medizinische Mikrobiologie und Hygiene der Technischen Universität (TU) Dresden sieht eine schwierige Entscheidung: „Letztendlich ist es eine Risikoabwägung, die eher politisch als virologisch begründet sein kann. Rechtsgüter wie der Infektionsschutz des Einzelnen müssen gegen andere wichtigen Dinge des gesellschaftlichen Zusammenlebens abgewogen werden. Sportgroßveranstaltungen spielen eine wichtige soziale Rolle.“

Patrick Reichelt