Der Bonner Virologe Hendrik Streeck leitet eine weitere Studie im besonders vom Coronavirus betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Dabei soll unter anderem untersucht werden, ob einmal infizierte Menschen gegen erneute Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 immun sind, wie die Universität Bonn am Montag mitteilte. Bislang sei das noch nicht erwiesen. „Es gibt keinen anderen Ort in Deutschland, wo wir bereits mit so großer Präzision das Infektionsgeschehen und die Immunität bestimmt haben“, erklärte Streeck. „Hiervon ausgehend können wir nun bestimmen, ob die Personen, die Antikörper haben, auch wirklich immun sind.“
Streeck und weitere Forscher hatten bereits in einer ersten Studie die Ausbreitung des Coronavirus im Kreis Heinsberg untersucht, der nach einer Karnevalssitzung zu einem der ersten deutschen Corona-Hotspots wurde. Im Blickpunkt stand vor allem die Gemeinde Gangelt. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass bei 15 Prozent der untersuchten Bürger eine Corona-Infektion nachgewiesen werden konnte - teilweise mit milden Verläufen oder ganz ohne Symptome. Die Studie sorgte für Aufsehen aber auch Kritik an der Methodik und der Begleitung durch eine PR-Agentur.
Patrick Reichelt