Letztes Update:
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Alkoholverkauf in Schanze eingeschränkt - Große Freiheit abgesperrt

11:42
26.07.2020
Auch in der Nacht zum Sonntag mussten Polizei und Bezirksämter in den Hamburger Ausgehvierteln auf St. Pauli und in der Schanze wieder coronabedingt einschreiten. Im Schanzenviertel seien wegen des dichten Andrangs feierlustiger Besucher in vier Fällen Außer-Haus-Verkaufsverbote für Alkohol ausgesprochen worden - drei durch die Polizei, eines durch das Bezirksamt Altona, sagte eine Polizeisprecherin am Sonntag. Auf St. Pauli wurde die Große Freiheit wegen des hohen Besucherandrangs gleich mehrfach von der Polizei abgesperrt, weil Abstand halten im Gedränge nicht mehr möglich gewesen sei. In drei Clubs habe es Beanstandungen gegeben.

Insgesamt sei es an den Hotspots der Partyszene in der Nacht zum Sonntag noch voller gewesen als in der Nacht zuvor, sagte die Polizeisprecherin. Sowohl in der Schanze als auch auf St. Pauli hätten Polizisten und Mitarbeiter der Bezirksämter die Menschen immer wieder auf die Einhaltung der geltenden Corona-Regeln hingewiesen. „Grundsätzlich kann man sagen, dass die Besucher verständnisvoll reagiert und sich kooperativ gezeigt haben.“

Stefanie Heitmann

Wie die Corona-Krise bisher in Deutschland verlief

08:34
26.07.2020
Ende Januar wurde die erste bestätigte Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 hierzulande bekannt, mittlerweile sind mehr als 200.000 Fälle registriert. Ein Rückblick:

27. Januar: Erste bestätigte Infektion in Deutschland. Zwei
Wochen später ist der Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Bayern wieder gesund.

25./26. Februar: Erste nachgewiesene Fälle in Baden-Württemberg und
Nordrhein-Westfalen. Nach und nach folgen weitere Bundesländer, am
10. März meldet Sachsen-Anhalt als letztes Land seinen ersten Fall.

8. März: Es wird bekannt, dass erstmals ein Deutscher im Zusammenhang mit Corona gestorben ist - ein 60-Jähriger, der nach Ägypten gereist war.

9. März: In NRW gibt es die ersten Todesfälle innerhalb Deutschlands.
Die Zahl der Infektionen steigt bundesweit auf mehr als 1000.

10. März: Die Bundesländer folgen der Linie von Gesundheitsminister
Jens Spahn (CDU): Viele Events mit mehr als 1000 Menschen werden abgesagt.

11. März: Die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von einer
Pandemie.

12./13. März: Immer mehr Theater und Konzerthäuser stellen den
Spielbetrieb ein, Kinostarts werden verschoben. Die
Fußball-Bundesliga pausiert.

16. März: An den Grenzen zu Frankreich, Österreich, Luxemburg,
Dänemark und der Schweiz treten Kontrollen und Einreiseverbote in
Kraft. In den meisten Bundesländern sind Schulen und Kitas
geschlossen.

17. März: Ob Volkswagen, Daimler oder Ford - mehrere Konzerne
kündigen an, ihre Fabriken wegen sinkender Nachfrage und Störungen in
Lieferketten vorübergehend zu schließen. Nicht-EU-Bürgern wird die
Einreise nach Deutschland untersagt.

18. März: In einer TV-Ansprache mahnt Bundeskanzlerin Angela Merkel
(CDU) Solidarität und Disziplin an. Soziale Kontakte müssten
minimiert werden.

22. März: Ansammlungen von mehr als zwei Menschen werden im ganzen
Land verboten. Ausgenommen sind Angehörige, die im eigenen Haushalt
leben. Restaurants und Friseure müssen schließen.

3. April: Forscher melden erste Erfolge im Kampf gegen die Pandemie
und halten Lockerungen nach den Osterferien für denkbar.

15. April: Der Schulbetrieb soll ab 4. Mai schrittweise aufgenommen
werden. Darauf verständigen sich Merkel und die Ministerpräsidenten
der Länder.

16. April: Arbeitnehmer in Deutschland müssen sich auf Hygiene- und
Infektionsschutzvorgaben einstellen. Für die schrittweise Rückkehr
zum Arbeitsplatz sollen bundesweit einheitliche Regeln greifen.

20. April: Nach einem Monat Pause dürfen Geschäfte unter 800
Quadratmeter Fläche wieder öffnen. Als erstes Bundesland führt
Sachsen die Maskenpflicht für den öffentlichen Nahverkehr und den
Einzelhandel ein. Bald haben alle anderen Länder nachgezogen.

22. April: Das Mainzer Unternehmen Biontech darf einen möglichen
Impfstoff erstmals in einer klinischen Studie testen. Für Firmen, Arbeitnehmer und Gastronomie gibt es milliardenschwere Hilfen.

24. April: Gut fünf Wochen nach Beginn einer Rückholaktion der
Bundesregierung ist die vorerst letzte Maschine der
„Corona-Luftbrücke“ in Deutschland gelandet. Rund 240.000 Menschen
sind aus verschiedenen Ländern zurückgekehrt.

30. April: Bund und Länder einigen sich auf weitere vorsichtige
Lockerungen der bundesweiten Schutzmaßnahmen. Sie gelten unter
anderem für Spielplätze und Gotteshäuser.

6. Mai: Die Länder bekommen weitgehende Verantwortung für die
Lockerung von Beschränkungen - etwa für Hotels, Gastronomie,
Fahrschulen, Schwimmbäder und Fitnessstudios.

8. Mai: Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen lassen wegen zunehmender Infektionen die Belegschaft aller Schlachtbetriebe auf
das Coronavirus testen.

16. Mai: Sachsen-Anhalt registriert als erstes Bundesland seit Ausbruch der Pandemie keine Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag. Die Fußball-Bundesliga nimmt den Spielbetrieb wieder auf - ohne Zuschauer in den Stadien.

3. Juni: Die Koalitionsspitzen beschließen zur Ankurbelung der deutschen Wirtschaft ein Konjunkturpaket von 130 Milliarden Euro für die Jahre 2020 und 2021.

13. Juni: Thüringen ist das erste Bundesland wieder ohne Kontaktbegrenzung: Die Menschen dürfen sich uneingeschränkt treffen.

17. Juni: Als zweites Unternehmen in Deutschland darf die Tübinger Firma Curevac mit der klinischen Prüfung eines Impfstoffs beginnen. Nach einem Corona-Ausbruch stoppt der Gütersloher Fleischverarbeiter Tönnies den Betrieb. Über 1400 Mitarbeiter werden positiv getestet.

6. Juli: Die Maskenpflicht in Deutschland gilt vorerst weiter, wie die Gesundheitsminister der Länder vereinbaren.

16. Juli: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet, dass die Zahl der in Deutschland registrierten Infektionen auf über 200.000 gestiegen ist.

18. Juli: Corona-Ausbruch in einem niedersächsischen Schlachtbetrieb. 66 Menschen wurden dem Landkreis Vechta zufolge positiv getestet.

24. Juli: Nachdem die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf über 800 steigt, spricht das RKI von einer sehr beunruhigenden Entwicklung. Die Behörde appelliert an die Bevölkerung, Abstands- und Hygieneregeln weiter konsequent einzuhalten.

Stefanie Heitmann