Deutschland und Frankreich können nach Informationen der „Welt“ als einzige Länder mit weit mehr Zuschüssen aus dem Corona-Wiederaufbauplan der Europäischen Union rechnen, als die EU-Kommission vorgeschlagen hatte. Nach einer Analyse der Brüsseler Denkfabrik Bruegel könne Deutschland nach vorläufigen Zahlen mit 47,2 Milliarden statt 33,8 Milliarden Euro rechnen, schreibt das Blatt (Donnerstag). Bei Frankreich betrage der Anstieg 7,4 Milliarden auf 50,7 Milliarden Euro.
Der EU-Gipfel hatte die Summe der Zuschüsse aus dem Corona-Wiederaufbauprogramm von 500 auf 390 Milliarden reduziert, dazu kommen 360 Milliarden Kredite. Außer Deutschland und Frankreich müssten alle Mitgliedstaaten mit weniger Geld rechnen, schreibt die „Welt“. Die absolut größten Verlierer seien Spanien (9,5 Milliarden runter auf 71,3 Milliarden) und Polen (11,4 Milliarden runter auf 26,8 Milliarden Euro). Für Österreich seien es nur 3,17 statt 4,79 Milliarden und für die Niederlande 6,4 statt 8,9 Milliarden Euro.
Die Verschiebungen ergeben sich dem Blatt zufolge aus der stärkeren Berücksichtigung des jeweiligen Einbruchs der Wirtschaftsleistung in den Jahren 2020 und 2021. Dies komme den größeren und den von der Pandemie stärker betroffenen Ländern zugute, sagt Zsolt Darvas, Leitender Forscher bei Bruegel. Die endgültigen Zahlen würden 2022 feststehen.