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Wegen Corona: In diesem Jahr kein offizieller Sommerschlussverkauf

11:18
22.07.2020
Einen offiziellen Sommerschlussverkauf (SSV) wird es im Modehandel in diesem Jahr angesichts der Corona-Krise nicht geben. Entgegen der langjährigen Tradition werde der Handelsverband Textil (BTE) der Branche kein offizielles Datum für den Höhepunkt der sommerlichen Rabattschlacht vorschlagen, sagte der BTE-Sprecher Axel Augustin am Mittwoch in Köln. „Das liegt daran, dass in der Krise jedes Unternehmen einen individuellen Weg finden muss. Natürlich gibt es auch jetzt schon Rabatte in vielen Geschäften. Aber gerade an kleineren Standorten sind Händler auch darum bemüht, die Saison noch ein wenig zu verlängern.“

Der Sommerschlussverkauf war bis 2004 gesetzlich genau geregelt. Seitdem können jedoch Einzelhändler nach Belieben über Rabattaktionen entscheiden. In der Praxis findet der Verbraucher deshalb mittlerweile fast das ganze Jahr hindurch Sonderangebote in den Geschäften. Dennoch hatte der Branchenverband bisher jedes Jahr einen Termin für den SSV benannt - traditionell den letzten Montag im Juli. Auch wenn es regelmäßig schon vorher große Rotstiftaktionen im Handel gab, sollte der Termin den Höhepunkt der Rabattschlacht markieren.

Im ersten Halbjahr lagen die Umsätze im Modehandel nach Schätzungen des BTE um 30 bis 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau. „Viele Geschäfte kämpfen um ihr Überleben und die Strategien sind unterschiedlich – von frühem Sale bis zu länger stabilen Preisen“, begründete Augustin den Verzicht. Der BTE hatte bereits im Mai empfohlen, die Sommersaison grundsätzlich zu verlängern, um so zumindest einen Teil des während der Ladenschließungen im März und April verlorenen Geschäfts aufzuholen.

Max Seidenfaden

Behörden und Ämter wollen Massentreffen in Hamburg verhindern

11:11
22.07.2020
Angesichts einer drohenden zweiten Corona-Welle wollen die Hamburger Behörden und Ämter künftig Massen-Partys in Szenevierteln wie am vergangenen Wochenende auf St. Pauli verhindern. Derzeit stimmten sich die Gesundheits-, die Bezirks- und die Innenbehörde mit den betroffenen Bezirksämtern Mitte und Altona über geeignete Maßnahmen ab, sagte ein Sprecher der Sozialbehörde am Mittwoch. Entscheidungen seien aber noch nicht gefallen. Denkbar sei, dass es im Wege einer Allgemeinverfügung erneut zu Verkaufseinschränkungen für Alkohol kommt. Ziel sei es, große Menschenansammlungen, bei denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden, zu verhindern.

Auf der Großen Freiheit war es am vergangenen Wochenende so voll geworden, dass die Feiermeile zweimal von der Polizei abgeriegelt werden musste. Im Schanzenviertel hatte es bereits zuvor Außer-Haus-Verkaufsverbote für Alkohol gegeben, um die Partyszene angesichts der Corona-Infektionsgefahr auf Abstand zu halten.

Der Fraktionsvorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion, Dennis Thering, forderte den Senat zum Einschreiten auf. Szenen wie am Wochenende dürften sich nicht wiederholen. „Tatsächlich hätte der Senat längst die rechtlichen Möglichkeiten dafür schaffen müssen, um solche Auswüchse schon im Ansatz zu verhindern.“ Eine neue Allgemeinverfügung zum Außer-Haus-Verkauf von Alkohol sei der richtige Weg. Eine Begrenzung erst ab 22 Uhr, wie laut „Bild“-Zeitung (Mittwoch) angedacht, greife viel zu spät, „da ist das Cornern dann meist schon im vollen Gange“, erklärte er.

Max Seidenfaden