Letztes Update:
20200723102752

Kreis Vechta testet Schlachthof-Mitarbeiter erneut auf Coronavirus

10:19
22.07.2020
Der Landkreis Vechta hat am Mittwoch erneut mit Corona-Tests unter der Belegschaft des Hähnchenschlachthofes in Lohne begonnen. Mit Ergebnissen sei am Wochenende zu rechnen, sagte ein Landkreissprecher. Unter den Mitarbeitern des zur PHW-Gruppe (Wiesenhof) gehörenden Schlachthofs Oldenburger Geflügelspezialitäten hatten sich 66 Werkarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Für sie und ihre Kontaktpersonen wurde daraufhin Quarantäne angeordnet. Für eine Stilllegung des gesamten Betriebes sah der Landkreis bislang keinen Grund.

Die große Mehrheit der infizierten Beschäftigten lebe mit ihren Familien dezentral im Kreisgebiet, teilweise in Ein- und Zweifamilienhäusern, in Mehrfamilienhäusern oder in Wohngemeinschaften mit anderen Kollegen, teilte der Landkreis mit.

Im Landkreis gelte ein Anforderungskatalog an gesunde Wohnverhältnisse bei der Unterbringung von Arbeitnehmern in Wohnheimen, entgegnete der Kreis auf am Vortag geäußerte Kritik. „Die uns bekannten Unterkünfte wurden bei entsprechenden Hinweisen regelmäßig kontrolliert. Bei den Kontrollen wurden nur in einigen Fällen Abweichungen festgestellt“, hieß es aus der Pressestelle. Wenn der Landkreis Vechta konkrete Hinweise auf schlechte Wohnverhältnisse erhalte, werde diesen umgehend nachgegangen.

Am Dienstag hatte der Oldenburger Regionalchef der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, Matthias Brümmer, die Wohnverhältnisse der Lohner Wiesenhof-Mitarbeiter als „nicht menschenwürdig“ bezeichnet.

Eva Przybyla

Thailand will Corona-Notstand erneut verlängern

09:32
22.07.2020
Die thailändische Regierung will den Corona-Notstand noch einmal um einen Monat bis Ende August verlängern. Die Maßnahme sei weiter notwendig, um die Krise zu bewältigen und die 14-tägige Quarantäne-Pflicht für einreisende Ausländer durchzusetzen, sagte der Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates (NSC), General Somsak Roongsita, am Mittwoch. Jedoch gibt es viele Gegner des Dekrets. Sie werfen der Führung in Bangkok vor, mit dem Notstand Proteste politischer Gegner unterdrücken zu wollen.

Tausende Menschen waren am vergangenen Samstag in Bangkok gegen die vom Militär dominierte Regierung auf die Straße gegangen und hatten eine Neuwahl gefordert. Die Demonstranten forderten die Regierung unter anderem auf, die Einschüchterung von Bürgern zu stoppen. Zudem solle sie eine neue Verfassung entwerfen und das Parlament auflösen.

In Thailand ist seit einem Putsch des Militärs 2014 der General Prayut Chan-o-cha an der Macht. Seine Regierung geht hart gegen Gegner und Anhänger der Opposition vor.

Der Corona-Notstand gilt in Thailand seit Ende März. Jedoch hat das südostasiatische Land vergleichsweise wenige Fälle: Bislang gibt es rund 3200 bestätigte Infektionen, 58 mit dem Erreger Sars-CoV-2 infizierte Menschen sind gestorben. Auch gab es Behördenangaben zufolge seit fast zwei Monaten keinen lokal verbreiteten Infektionsfall.

Langsam will das Land sich nun dafür öffnen, bestimmte Gruppen von Ausländern wieder einreisen zu lassen - jedoch nur unter strengen Auflagen. Darunter sind etwa Arbeiter aus Nachbarländern wie Myanmar und Kambodscha. Wann Touristen wieder nach Thailand reisen können, ist unklar.

Eva Przybyla