Mitten in der Corona-Krise haben die Grünen im niedersächsischen Landtag längerfristige finanzielle Hilfen für die gefährdete Club- und Festivalszene gefordert. In Berlin sei das Problem erkannt, in Niedersachsen dagegen sei es «sehr still um die Clubs», sagte die kulturpolitische Sprecherin der Grünen im niedersächsischen Landtag, Eva Viehoff, am Dienstag. Im Stufenplan der Landesregierung für den Weg aus der Krise «finden die Clubs nicht statt». Gunnar Geßner, Chef des Verbandes Klubnetz mit landesweit 33 Spielstätten, Festivals und Clubs, geht davon aus, dass die bisherige Unterstützung nicht reichen wird: «Wir haben echte Sorgen.»
Es sei schwer zu sagen, wie viele Clubs bereits konkret bedroht seien, sagte Geßner. Geschlossen habe bislang noch keiner. Hart getroffen habe die Krise viele 450-Euro-Kräfte in der Szene: «Das sind die Hauptleidtragenden, eine ganze Studentengeneration.» Ohnehin gebe es ein langsames Club-Sterben, das umso stärker ausfalle, je härter der Immobilienmarkt sei. Viehoff warnte, wenn ein Club geschlossen werde, bleibe er dies erfahrungsgemäß für immer. Sie betonte: «Clubs sind Teil der Kulturvielfalt.» Daher müssten sie auch im Planungsrecht als Kulturstätten anerkannt und gefördert werden - und nicht länger als Vergnügungsstätten wie Spielotheken.
Laut der niedersächsischen Corona-Verordnung müssen Clubs und Diskotheken noch geschlossen bleiben.