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Offiziell jetzt mehr Corona-Tote in Großbritannien als in Italien

10:49
05.05.2020
Großbritannien hat Italien als Land mit den meisten gemeldeten Corona-Toten in Europa abgelöst. Inzwischen sind im Vereinigten Königreich 32.313 Menschen nach einer Virusinfektion gestorben, wie die Statistikbehörde am Dienstag mitteilte. In Italien wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität zuletzt etwas mehr als 29.000 Tote bestätigt.

In Deutschland sind es demnach knapp unter 7000. Weltweit stieg die Zahl der Corona-Toten per Montag laut einer Auswertung der Nachrichtenagentur Reuters von Regierungsdaten auf über eine Viertelmillion, die meisten davon in den USA.

Allerdings sind die Zahlen nicht ohne weiteres direkt miteinander zu vergleichen, da die einzelnen Behörden teils unterschiedliche Zählmethoden zur Erstellung ihrer Statistiken anwenden. Gleichwohl deuten die jüngsten Angaben aus Großbritannien daraufhin, dass das Königreich letztendlich als das von der Pandemie am schlimmsten betroffene Land in Europa dastehen könnte, zumal sich aus der Dunkelziffer noch höhere Totenzahlen ergeben könnten. Das dürfte den Druck auf Premierminister Boris Johnson verstärken. Die Opposition wirft ihm vor, zu lange mit der Anordnung von Schutzmaßnahmen wie einer allgemeinen Ausgangssperre gewartet zu haben. 

Reuters

Bundesregierung strebt weiterhin einheitliches Vorgehen an

12:46
04.05.2020
Die Bundesregierung strebt trotz der zunehmenden Unterschiede in der Corona-Politik der einzelnen Bundesländer weiterhin ein gemeinsames Vorgehen an. Bei der Lockerung der Auflagen könne es "natürlich regionale und lokale Nuancen" geben, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Das Wichtige sei dabei, dass Bund und Länder "auf einem gemeinsamen Pfad" unterwegs seien und eine "gemeinsame Strategie" verfolgten.
Seibert wollte das unabgestimmte Vorpreschen einiger Landesregierungen bei Corona-Lockerungen nicht ausdrücklich kritisieren. Die abweichenden Entscheidungen der Landesregierung hingen jeweils auch mit den unterschiedlichen "regionalen Gegebenheiten" zusammen, sagte er.
Die Spitzen von Bund und Ländern würden ihre regelmäßigen Konsultationen über eine "einheitliche Strategie" aber fortsetzen, um "Leitlinien in den großen Lebensbereichen" zu vereinbaren - wie etwa der Frage der Öffnung von Schulen, Kitas und Sport.
Dazu würden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten bei ihren Beratungen am Mittwoch Entscheidungen fällen. Grundlage seien jeweils Konzepte, welche die zuständigen Landesminister für Kultur und Sport gemeinsam ausgearbeitet hätten. Anders als zunächst von der Bundesregierung angekündigt fand am Montag keine Beratung des Coronakabinetts statt.
Seibert bemühte sich in der Regierungs-Pressekonferenz, die Corona-Strategie der Bundesregierung in einen Satz zu fassen: "Es ist die Strategie, die Erfolge, die wir alle zusammen durch die Einschränkungen und die harten Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen und so weiter erzielt haben, im Kampf gegen die Ausbreitung dieses Virus - diese Erfolge nicht zu gefährden, sondern sie im Gegenteil fortzusetzen und zu vertiefen, und gleichzeitig in einer vorsichtigen und verantwortungsvollen Weise das Wirtschaft- und öffentliche Leben wieder in Gang zu bringen."
Zur Entscheidung der niedersächsischen Landesregierung, die Gastronomie ab Montag eingeschränkt wieder zu öffnen, wollte sich Seibert nicht äußern. Er kenne die Ankündigung noch nicht.
Bei den Spitzenberatungen am Mittwoch solle es auch um die Perspektiven der Gastronomie gehen, sagte er; es bleibe aber bei der Ankündigung von Kanzlerin Merkel, dass es Öffnungskonzept für die Gastronomie erst bei den übernächsten Spitzenberatungen Thema sein solle.

AFP

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