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Conte pocht auf Corona-Bonds

16:16
19.04.2020
Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat in der Corona-Krise erneut mehr europäische Solidarität und gemeinsame Anleihen gefordert. „Wir erleben den größten Schock seit dem letzten Krieg“, sagte Conte der „Süddeutschen Zeitung“ (Montag). „Darum muss Europa auch eine Antwort geben, die auf der Höhe des Ereignisses ist.“ Es brauche die „ganze Feuerkraft“ der EU, und zwar über die Ausgabe gemeinsamer Anleihen. Dabei gehe es nicht darum, „vergangene oder zukünftige Schulden zu vergemeinschaften, sondern nur darum, dass wir alle zusammen diesen außerordentlichen Einsatz leisten“.
Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten schalten sich am Donnerstag zu einem weiteren Videogipfel zusammen. Die Finanzminister haben bereits ein Corona-Rettungspaket von bis zu 540 Milliarden Euro geschnürt. Auch die Gründung eines Wiederaufbau-Fonds wurde verabredet, allerdings ohne Details. Die EU-Staaten streiten darüber, ob zur Finanzierung gemeinsame Anleihen - sogenannte Corona-Bonds - genutzt werden.
Conte warb erneut dafür. „Diese Solidarität ist ganz spezifisch ausgelegt und zeitlich beschränkt. Sie wird uns enorm stärken an den Märkten“, sagte der Regierungschef. Zudem würde damit auch eine kraftvolle politische Botschaft in die Welt gesendet: „Europa ist solide und eins.“ Italien ist besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen.
Mit Blick auf den Widerstand Deutschlands und der Niederlande sagte Conte, diese Sichtweise müsse sich jetzt ändern. „Wir müssen als Europäer auf Europa schauen.“ Oft schaue jede Nation nur auf ihre eigenen Vorteile. So sei etwa der deutsche Handelsbilanzüberschuss höher als es die Regeln der EU vorsehen. Damit sei die deutsche Wirtschaft nicht Europas Lokomotive, sondern die Bremse.

dpa

Venedig will Tourismus neu denken

16:09
19.04.2020
Himmlische Ruhe, saubere Luft, klares Wasser. Die Corona-Krise bringt das, was sich viele Venezianer schon lange wünschen: eine Pause vom Massentourismus. Die Pandemie könnte das Leben in Venedig nachhaltig verändern.

Glomex/Euronews

Mehr als 30.000 Intensivbetten in Deutschland

15:34
19.04.2020
Die deutschen Krankenhäuser haben nach Einführung der Meldepflicht bisher mehr als 30.000 Intensivbetten gemeldet. "Stand heute stehen in Deutschland mindestens 30.058 Intensivbetten, 17.393 davon sind belegt und 12.665 frei", erklärte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Uwe Janssens. Dieses Ergebnis sei "fantastisch".
Die Meldepflicht war am vergangenen Donnerstag in Kraft getreten. Bis neun Uhr müssen die Kliniken jeden Tag ihre Bettenkapazitäten an das Intensivregister der Divi melden. "Wir haben endlich eine verlässliche Übersicht über alle Intensivkapazitäten in Deutschland erreicht", erklärte dazu Janssens - bis hinunter zur Kreisebene. Bislang lägen die Daten von rund 95 Prozent der Krankenhäuser vor. Die volle Abdeckung werde im Laufe der Woche erwartet.
Dieses Wissen verschaffe Medizinern und Politikern eine kleine Atempause, äußerte sich Janssens weiter erfreut über die vorhandenen Kapazitäten. Der Mediziner warnte aber zugleich vor falscher Euphorie: "Wir sind noch lange nicht über den Berg." Auch gibt es regionale Unterschiede. Die meisten Intensivbetten gibt es laut den Meldeergebnissen im Süden und im Westen Deutschlands. Allerdings gibt es hier bisher auch die meisten Corona-Infizierten.

AFP

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