Menschenrechtler warnen vor einer wachsenden Bedrohung indigener Völker in der russischen Arktis durch die Corona-Pandemie. Im Norden des Landes gebe es nach den Großstädten Moskau und Sankt Petersburg die höchste Zahl an Infizierten, erklärte die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Donnerstag in Göttingen. Dies gefährde die traditionell dort lebende Bevölkerung.
Hintergrund sei der Rohstoffboom in den Polarregionen, durch den es viele Großbaustellen mit wechselndem Personal gebe. "Die Sami, Nenzen, Komi und anderen indigenen Völker zahlen einen hohen Preis für Russlands Wirtschaftswachstum", erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius. Nach der Zerstörung der Umwelt werde "nun auch ihre Gesundheit gefährdet, um Russlands Zugriff auf Rohstoffe zu sichern".