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Lufthansa verliert wegen Corona jede Stunde eine Million Euro

18:46
08.04.2020
Die Lufthansa verhandelt wegen der Corona-Krise über Staatshilfe - nun ist klar, wie viel Geld die stark gesunkenen Fluggastzahlen wegen der Pandemie den Konzern kosten. „In Summe verlieren wir daher jede Stunde eine Million Euro unserer Liquiditätsreserve - Tag und Nacht, Woche für Woche und wohl auch noch Monat für Monat“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter vom Mittwoch, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Airline befördert statt täglich 350 000 Fluggästen derzeit weniger als 3000.

Die Pandemie bedeute für den Konzern „die größte Herausforderung unserer Geschichte“, sagte Spohr. Lufthansa befinde sich „im Kampf“ um ihre künftige Aufstellung.

Die Lufthansa könne zwar der Krise mit finanziellen Reserven von mehr als vier Milliarden Euro gegenübertreten, allerdings verzeichne der Konzern nur noch einen „Bruchteil der Einnahmen“. Deshalb sei absehbar, dass das Unternehmen die Krise nur mit staatlicher Unterstützung überstehen werde. Spohr zeigte sich aber optimistisch, dass die Gespräche positiv enden werden.

Von den Maßnahmen, mit denen das Unternehmen seine Kosten senken will, sind laut Spohr 7000 Mitarbeiter betroffen, davon 1400 bei der Tochter Germanwings, die den Betrieb einstellt. Es liefen bereits Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern, um so vielen Mitarbeitern wie möglich einen alternativen Job im Konzern anzubieten. Dazu seien aber neue Beschäftigungsmodelle etwa bei Teilzeit unumgänglich. „Hier sind jetzt Solidarität und Flexibilität gefragt“, sagte Spohr.

dpa

Bundestagsabgeordnete verzichten voraussichtlich auf Diätenerhöhung

16:48
08.04.2020
Die 709 Abgeordneten des Deutschen Bundestags werden angesichts der Corona-Krise in diesem Jahr voraussichtlich auf ihre regelmäßige Diätenerhöhung verzichten. Das zeichnet sich nach Äußerungen aus den Fraktionen ab. Nachdem Linke, FDP und Grüne bereits für einen entsprechenden Schritt plädiert hatten, sagte am Mittwoch auch SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich: „Die SPD-Fraktion strebt einen Verzicht auf die Erhöhung der Diäten in diesem Jahr an.“ Es habe bereits in der vergangenen Woche Gespräche unter den Fraktionen gegeben. „Ich bin zuversichtlich, dass wir hier in Kürze eine gemeinsame Lösung finden werden.“

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion, Michael Grosse-Brömer, sagte: „In der größten Krise, die Deutschland in den vergangenen Jahren erlebt hat, halten wir eine Erhöhung der Abgeordnetenvergütung für problematisch.“ In der CDU/CSU-Fraktion werde daher bereits geprüft, wie sich ein Verzicht darauf parlamentarisch umsetzen lasse. „Das wäre sicher auch ein Zeichen dafür, dass sich die aktuell großen Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen lassen.“

Auch der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Buschmann, signalisierte nochmals Zustimmung für ein Aussetzen der Diätenerhöhung. „In Zeiten von flächendeckenden Umsatzeinbrüchen in Unternehmen und Kurzarbeit bei vielen Arbeitnehmern wäre alles andere seltsam“, argumentierte er.

dpa

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