In Berlins erstem Obdachlosen-Hostel in der Corona-Krise haben in der Nacht auf Donnerstag bis zu 50 Menschen übernachtet. Für die kommenden Tage werde mit steigenden Zahlen gerechnet, sagte der Sprecher der Senatssozialverwaltung, Stefan Strauß, in Berlin dem Evangelischen Pressedienst. Insgesamt verfügt das ansonsten als Jugendherberge genutzte Gebäude in der Kluckstraße in Berlin-Tiergarten über 200 Plätze, darunter eine Etage mit 20 Plätzen nur für Frauen. Die Obdachlosen können sich in dem Gebäude auch tagsüber aufhalten.
Zudem plant die Senatssozialverwaltung weitere Unterkünfte für den Fall, dass die Nachfrage steigen sollte. Unter anderem sollen in der Storkower Straße in Berlin-Pankow weitere 150 Plätze geschaffen werden. Das Obdachlosen-Hostel in der Kluckstraße soll bis auf weiteres geöffnet bleiben.
Beim Einchecken würden die neuen Bewohner des Hostels mit Bettwäsche versorgt, erhielten eine medizinische Beratung, um mögliche Infektionskrankheiten auszuschließen, und würden dann auf ihr Zimmer begleitet, sagte Strauß weiter. Dort sind maximal zwei Personen in einem Raum untergebracht. Für die vor Ort stattfindende Sozialberatung könnten Betroffene auch ihren Namen, das Geburtsdatum sowie ihren Meldebezirk angeben. Diese freiwilligen Angaben werden bei der Vermittlung zu weiteren Hilfen benötigt. Am ersten Abend stand auf der Speisekarte für die neuen Bewohner: Kartoffelbrei, Bulette, Krautsalat und Tee. Betreiber der Einrichtung ist die Tamaja Berlin GmbH.