Keine Familie, keine Fanfare: Vor seinem Flug zur Internationalen Raumstation ISS kann sich Nasa-Astronaut Chris Cassidy nicht wie üblich von seinen Lieben verabschieden. Grund ist das neuartige Coronavirus, das sich somit auch auf die Raumfahrt auswirkt. Bei seinem Start zur ISS von Kasachstan aus, werde es am 9. April keine Zuschauer geben, sagte Cassidy der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag. Am (morgigen) Freitag werde er sich bereits in Russland von seiner Frau Julie verabschieden, die wegen der Pandemie zurück in die USA kehre.
Das 50 Jahre alte Ex-Mitglied der Eliteeinheit Navy Seals wird sechseinhalb Monate auf der ISS verbringen. Dabei hat er mit einem spontanen Raumfahrer-Tausch zu tun; vor einem Monat wurden seinem Flug zwei Kosmonauten zugeteilt, nachdem sich ein Mitglied der russischen Originalbesatzung am Auge verletzte.
Cassidy und seine Kollegen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner trainierten in den vergangenen Tagen zusammen und versuchten zeitgleich, virusfei zu bleiben. Wie viele andere Menschen in Coronavirus-Zeiten wuschen sie regelmäßig ihre Hände und hielten Sicherheitsabstand zu anderen Menschen ein.
Mit Blick auf das Virus räumt Cassidy ein, gestresster als normalerweise zu sein. Er mache sich Sorgen um seine Familie. „Wir sind nur Menschen“, sagt er, und setzt dann hinzu: „Und wir werden es durchstehen und es wird gut gehen.“
AP