Angesichts der Corona-Krise haben die Schweizer Behörden vor einer "dramatischen" Situation im Tessin gewarnt. Das Gesundheitssystem in dem an Italien grenzenden Kanton sei "nahe am Limit", sagte der Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset bei einem Besuch des Kantons am Donnerstag vor Journalisten. Der Tessiner Regierungspräsident Christian Vitta sagte, die Behörden arbeiteten unter Hochdruck daran, die Kapazitäten auf den Intensivstationen zu erhöhen.
In der Schweiz gibt es 3800 bestätigte Infektionsfälle mit dem neuartigen Coronavirus, 33 Menschen starben. Am stärksten betroffen ist das Tessin. Dort sei die Situation "dramatisch", sagte Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit bei einer Pressekonferenz in Bern.
Zwar seien in der Schweiz bisher vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen an den Folgen ihrer Coronavirus-Infektion gestorben. Er wisse jedoch, dass auf den Intensivstationen auch junge Menschen lägen, sagte Koch. Wer auf der Intensivstation künstlich beatmet werden müsse, für den sei das Sterberisiko höher, warnte er. Etwa 160 der landesweit 800 Intensivpflegeplätze seien noch frei, sagte Koch.