Die durch die Coronavirus-Krise ausgelöste Talfahrt am deutschen Aktienmarkt ist für die Deutsche Börse kein Grund zur Einstellung des Handels. „Die Folge einer Schließung der Märkte wäre Intransparenz. Die Folge hiervon wäre noch größere Unsicherheit“, sagte ein Sprecher des Marktbetreibers in Eschborn bei Frankfurt am Mittwoch der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Verwerfungen an den Märkten würden dann noch drastischer werden.
Zudem gibt es auch keine rechtliche Grundlage. Nur etwa bei technischen Störungen, Informationsungleichgewichten oder bei Hinweisen auf Marktmanipulation kann die Geschäftsführung der Börse der Handel insgesamt oder für einzelne Wertpapiere aussetzen.
Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) kann der Deutschen Börse einer Sprecherin zufolge eine solche Maßnahme nicht vorschreiben. Ein solcher Schritt könnte allenfalls von der Bundesregierung beschlossen werden, was Marktexperten aber im aktuellen Fall für äußerst unwahrscheinlich halten.
Die Vereinigung der EU-Wertpapierbörsen, FESE, sprach sich ebenfalls dafür aus, die Börsen geöffnet zu halten. Die regulierten Börsen erfüllten eine soziale und wirtschaftliche Funktion, die auch in Zeiten von Unsicherheiten gegeben sein müsse.