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Coronavirus möglicherweise auch über Fäkalien übertragbar

13:24
08.02.2020
Das neuartige Coronavirus könnte laut einer Studie chinesischer Wissenschaftler auch über Fäkalien übertragbar sein. Einige Patienten in einem Krankenhaus in der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan hätten vor dem Auftreten von Fiebersymptomen und Atembeschwerden zuerst unter Durchfall und Übelkeit gelitten, heißt es in einer am Freitag im "Journal of the American Medical Association" veröffentlichten Arbeit. Als Hauptübertragungsweg des Virus gilt weiterhin eine Tröpfcheninfektion über den Husten eines Erkrankten.
Bei zehn Prozent von 138 Patienten habe der Krankheitsverlauf mit Durchfall und Übelkeit begonnen, schreiben die Wissenschaftler. Die Forscher gaben an, sich bei den frühen Fällen der erstmals im Dezember in Wuhan aufgetreten Krankheit vor allem auf Atemwegssymptome konzentriert zu haben. Dabei könnten mit dem Verdauungstrakt verbundene Symptome übersehen worden sein.
Die Erkenntnis über einen Infektionsweg über Fäkalien kommt für die Wissenschaftler nicht völlig überraschend, da sich auch das Sars-Virus während der Epidemie Anfang der 2000er Jahre teilweise so übertragen hatte. Sars wird genauso wie die neuartige Erkrankung durch Coronaviren ausgelöst.
Die Ansteckung über Fäkalien könne vor allem in Krankenhäusern eine neue Herausforderung für die Eindämmung der Viruserkrankung darstellen, warnte David Fisman, ein Epidemiologe an der Universität Toronto.
Wissenschaftler in aller Welt forschen derzeit sowohl an einem Impfstoff gegen das neuartige Virus als auch über die Verbreitungswege der Krankheit, die bislang in Festlandchina und Hongkong mehr als 720 Todesopfer gefordert hat. Über 34.500 Menschen sind in China nach Behördenangaben mit dem Erreger infiziert.
Von China aus hat sich das Coronavirus in mehr als zwei Dutzend weitere Länder ausgebreitet. In Deutschland gibt es inzwischen 14 bestätigte Ansteckungsfälle.

AFP

US-Amerikaner und Japaner erliegen dem Virus

07:56
08.02.2020
Nach dem Ausbruch des Coronavirus sind in China die ersten ausländischen Todesopfer bestätigt worden. Wie die US-Botschaft in Peking am Samstag mitteilte, kam ein mit dem Virus infizierter 60-jähriger US-Bürger in der besonders schwer betroffenen Stadt Wuhan am 6. Februar ums Leben. Welches Geschlecht das Opfer hat, ließ die Botschaft offen.
Auch ein Japaner starb in Wuhan, wie Japans Außenministerium mitteilte. Demnach handelte es sich um einen Mann in seinen 60ern, bei dem eine Infektion mit dem Virus vermutet wurde. Der Patient habe an einer schweren Lungenentzündung gelitten.

dpa

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