Seine „Frage“ sieht meist so aus:
- Er fasst nochmal zusammen, was der Vortragende gerade gesagt hat, tut aber so, als sei es etwas ganz Neues (geschieht besonders gerne, wenn der Vortragende weiblich und der Platzhirsch männlich ist).
- Er leitet einfach zu einem anderen Thema ĂĽber, das zwar nichts mit dem Vortrag zu tun hatte, aber in dem er sich besser auskennt.
- Er behauptet latent aggressiv, dass alles ganz anders sei, um dann nochmal den Vortrag zu wiederholen.
- Er erzählt, nach dem kurzen Antäuschen einer Frage, einfach was er sonst so tut, auch wenn das eigentlich nicht zum Thema passt. Den Zusammenhang können halt nur sehr kluge Menschen begreifen. Also kluge Menschen wie er.
Als Live-Bloggerin habe ich eher wenig mit den Platzhirschen zu tun – außer einer langweilt sich so sehr, dass er mir erklären will, wie ein Live-Blog funktioniert („Aha, und was ist ein Live-Blog – ach so, Sie schreiben und kuratieren den Blog hier, hübsch, das kann ich auch.“ Kann er nicht!).
Events sind einer der schönsten Lebensräume für den Platzhirsch, auch wenn er ihn leider mit anderen teilen muss. Deshalb markiert er sein Revier, immerhin nur verbal, indem er jedem anderen Eventteilnehmer nochmal erklärt, was bei dieser Veranstaltung eigentlich wichtig ist (nämlich der Platzhirsch). So richtig neben ihm hält es nur das Murmeltier aus (siehe die Kolumne vom 23.02), denn das schläft gerne einfach durch, wenn der Platzhirsch tönt – dieses Röhren ist quasi der beste White Noise für das Murmeltier. Pünktlich zur Abendveranstaltung wechseln sie dann ihre Rollen: das Murmeltier hat dann endlich ausgeschlafen und tanzt die Nacht durch, während der Platzhirsch in der Ecke einpennt. Wichtig sein macht eben müde!