In „Alice im Wunderland“ fällt Alice durch einen Kaninchenbau in das besagte Wunderland – und das überraschte Kaninchen fällt quasi aus seinem Bau heraus auf das Event. Was tut es dort? Es hat selbst am wenigstens Ahnung, warum es eigentlich auf dieser Veranstaltung gelandet ist.
Oft handelt es sich dabei um einen Praktikanten, der auf dieses Event geschickt wurde, damit er auch mal was erlebt oder damit die Kollegen mal einen ruhigen Tag ohne seine Fragen haben. Und so steht das Kaninchen plötzlich auf einer Veranstaltung, die es völlig überfordert, und sieht sich mit großen Augen um.
Gerne taucht das überraschte Kaninchen neben meinem Platz auf und fragt mich zutraulich, was ich denn hier mache. Dann ist es meist sehr erstaunt über mein Live-Bloggen und erzählt mir, dass es eine Freundin hat, die auch einen Blog hat. Über Kosmetik und Fashion und so. Dann nicke ich freundlich, antworte ihm, dass meine Live-Blogs eher über Künstliche Intelligenz, Quantencomputer oder NewWork gehen oder erkläre ihm einfach, wo es jetzt hinhoppeln muss. Denn das wollte das überraschte Kaninchen eigentlich wissen, weil es ein wenig überfordert mit dem Programmheft ist.
Eigentlich stört das überraschte Kaninchen gar nicht – an sich ist es sogar sehr niedlich. Nur eines sollte es eben nicht tun: Fragen stellen. Vor allem aus dem Plenum heraus, mitten während der Vorträge, in der irrigen Überzeugung, dass es sich inzwischen schon ganz gut auskennt. Das Nichtwissen oder die schiere Naivität seiner Fragen hinterlässt dann meist einen bleibenden Eindruck. Leider in der Art, dass es nie wieder alleine auf ein Event gelassen wird. Aber bis dahin hoppelt es fröhlich weiter über das Event – und schleppt am Ende wenigstens ein paar geschenkte Kulis inklusive einer neuen Tragetasche als Beute in seinen Bau zurück.