Sportjournalist Pilo Fonck erinnert sich: "1968 bei den Olympischen Spielen in Mexiko bat ich um ein Interview und der Großherzog sagte zu. Ich traf ihn in einem monumentalen Hotel in Mexiko-City. Es entstand ein interessantes und langes Gespräch. Während anderthalb Stunden plauderten wir über alles Mögliche. Nur gearbeitet hatte ich noch nicht. Dann ging die Tür auf und die Großherzogin kam heran. Das Paar hatte noch einen anderen Termin. Wir vereinbarten ein zweites Treffen und das Interview kam zustande."
Fonck erinnert sich auch an einen Moment bei den Olympischen Spielen 1972 in München: "Wir waren gerade beim Interview und im Stadion erreichten die Geher nach 50 km das Ziel. Wir hatten nichts von Charles Sowa gehört und glaubten, er hätte den Wettkampf aufgegeben. Da kam er plötzlich ins Ziel (10.). Großherzog Jean freute sich riesig. Bei ihm war Freude nicht gestellt. Er fieberte tatsächlich mit den Luxemburger Sportlern mit."
Fonck erzählt weiter: "Er nannte mich stets Monsieur Pilo. Bei den Olympischen Spielen gab er mir fortan stets ein Interview. Mich überraschten immer wieder seine Fachkenntnisse. Er liebte den Sport und wusste sowohl von den nationalen als auch den internationalen Geschehnissen Bescheid. Man konnte sich stundenlang mit ihm über die Probleme des Luxemburger Sports unterhalten. Er hatte ein offenes Ohr und auch eine eigene Meinung. Das traf auch auf seine Mitgliedschaft im Internationalen Olympischen Komitee zu."
Auch die menschlichen Qualitäten des Großherzogs schätzt Fonck: "Er war eine ganz normale Person. Er war sehr bodenständig und wirklich liebenswert. Im Gespräch kam nie der Eindruck auf, man würde sich mit dem Großherzog unterhalten. Es waren immer Dialoge auf Augenhöhe."