Nachdem ich mir an Silvester die Leiste gezerrt hatte und vom meiner Ärztin Ruhe verordnet bekommen habe, dachte ich, zwei Wochen würden genügen. Doch ich hätte die Laufschuhe noch ein paar Tage länger stehen lassen sollen.
Die ersten 1,5 Kilometer liefen sich wunderbar. Ich fühlte mich fit, kam gut in meinen Rhythmus und auch die eisigen Minusgrade waren alles andere als störend.
Doch dann kam der Wendepunkt: Mit einem Schlag meldete sich meine Leiste zurück. Die Schmerzen steigerten sich von einem Ziehen bis hin zur Unfähigkeit, weiterzulaufen. Im Ergebnis bedeutete das, dass ich die restlichen 1,5 Kilometer humpelnd zurücklegen musste.
Die Zerrung ist wieder zurück, in dem Ausmaß wie vor zwei Wochen. Und jeder, der schon einmal eine Leistenzerrung hatte, wird wissen, wie schmerzhaft der Alltag damit ist. Ich ärgere mich über mich selbst, dass ich zu ungeduldig war und nun dafür die Quittung bekommen habe. Ich werde wohl weitere zwei Wochen aussetzen müssen. Das ist ein Rückschlag - nicht nur in meinem Trainingsplan. Diese Lektion zeigt mir, woran ich neben meiner Ausdauer noch arbeiten muss: daran, auf meinen Körper zu hören, seine Signale lesen zu können.
Die kommenden Tage muss ich meine Laufsachen also wieder im Schrank verstauen. Meiner Motivation tut das jedoch keinen Abbruch. Ich habe mich für meinen nächsten Lauf in Bremen bereits angemeldet.