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Wie KI Medien und Medienarbeit prägt

16:12
07.07.2026
Der Umgang mit KI in Redaktionen und Medien steht zum Abschluss der Würzburger Halbtages-Konferenz auf dem Programm. Tim Bartl, der die Kommunikation der Vogel Communications Group leitet, geht davon aus, dass KI die Kapazitäten in Redaktionen schaffen kann, um mehr guten Content aus der Hand von Journalist:innen zu erhalten. Fabian Steigerwald, Geschäftsführer im Funkhaus Würzburg, beim Schweinfurter Rundfunk und bei TV Mainfranken, fürchtet weniger die KI als vielmehr die Anfang August anstehende Kennzeichnungspflicht aus dem EU AI Act. Gerade im audiovisuellen Bereich nimmt der Radio- und TV-Manager die Hinweise auf KI-Generiertes als sehr störend wahr.
Für Julia Haug, Mitglied der Chefredaktion der Main-Post, steckt viel Nutzen in Chatbots für Medien. 

Bartl sieht großes Potenzial für Video-Inhalte als Basis, um daraus viele Inhalte zu generieren: Texte, Audio, Clips - Liquid Content eben. Für Haug ist noch der geschriebene Text bevorzugter Inhalt, für den auch der Nachwuchs im Haus der Main-Post ausgebildet wird. Mit stark abnehmender Tendenz. “KI-Nutzung ist bei uns inzwischen der Klassiker für Headlines, Teaser, Kürzen von Pressemitteilungen. Aber wir müssen weiter den Anspruch haben, qualitativ hochwertig zu arbeiten”, sagt Haug über die Richtlinien im eigenen Haus, die das Kennzeichnen bei ”maßgeblichem Einsatz” von KI in journalistischen Texten vorsieht.
Den Vertrauensvorschuss von Medien sehen weder Steigerwald noch Bartl. “Der menschliche Bezug wird auch in Zukunft im Vordergrund stehen”, ist Fabian Steigerwald überzeugt. Die KI im Maschinenraum zu haben für standardisierte Aufgaben gebe Medien die Chance, das zu produzieren, was die Maschine nicht könne. “Wir wollen in der Lage sein, mehr echten Content zu erzeugen”, so der Senderchef. Selbstkritisch mahnt er an, dass Radio ins Transkribieren kommen müsse, damit sich die Inhalte nicht mehr versenden und den Sendern gehören.

Es sei auf jeden Fall ungeheuer wertvoll, wenn bei Fachinformationen noch die erfahrenen Kolleg:innen zum Einsatz kommen, berichtet Vogel-Kommunikationschef Bartl: “Je spitzer wir in den Fachmedienbereich hineingehen, desto stärken bemerken wir Unterschiede bei dem, was unsere Redakteur:innen an Einordnung liefern können.” Einordnen und lose Enden verknüpfen: Das schätzt auch Steigerwald. Voraussetzung dafür ist ständiges Lernen, wie Julia Haug betont. Eine Eigenschaft, die in der Aus- und Weiterbildung generell und bei der Main-Post speziell eine größere Rolle spielen wird, ebenso, wie als Persönlichkeit stärker nach außen zu wirken über Moderationen oder Social Media. 

Die Anforderungen an Journalist:innen werden mit KI anders und nehmen zu.  

Petra Schwegler

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07:54
08.07.2026
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