Mit dieser zentralen Aussage eröffnet
BLM-Präsident
Dr. Thorsten Schmiege die
Lokalmedientage, die bis 2025 als Lokalrundfunktage Impulse für die Branche gesetzt haben. Er verweist dabei auf die BLM-Studie „
Lokaljournalismus & Demokratie“. Lokale Medien sind demnach für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar.
Mit dem neuen Namen der Konferenz soll nach drei Jahrzehnten in Nürnberg ein neues Kapitel aufgeschlagen werden, in einer Zeit, in der Gattungsgrenzen im Lokaljournalismus aufgehoben sind.
Zugleich stellt der BLM-Präsident eine alte Frage: Wie schützen wir lokale Medien im Digitalzeitalter, in Zeiten von wachsendem Big-Tech-Einfluss, schwindenden Erlösen und steigenden Kosten? Schmieges Antwort: mit einem Schutzschirm auf drei Streben.
Was nützt der beste Regionalbericht, wenn er im Feed von Tanzvideos und Desinformation verschwindet? Algorithmen lieben radikale Meinungen. Verlässlicher Journalismus hat das Nachsehen. Der neue Digitale Medien-Staatsvertrag soll das ändern: nicht Eingriff in die Pressefreiheit, sondern ihr Schutz gegenüber kommerziellen Plattform-Interessen, vergleichbar den über Jahrzehnten geübten Kabelverträgen.
Nicht jedes Haus braucht seine eigene Tech- oder KI-Lösung. Nicht jede Redaktion muss Plattformstrategien allein entwickeln. Kooperation bei Querschnittsaufgaben wie etwa im Stream bei WOTSCH.TV oder im Audio-Bereich mit der BLR wäre sinnvoll, aber keine Kooperation bei redaktioneller Vielfalt. KI kann dabei ein echter Booster werden, indem Sprachmodelle die Recherche unterstützen, Abläufe beschleunigen, Reichweite steigern. "Ein Sprachmodell kennt keinen Bürgermeister" und spürt nicht, "wenn die Stimmung kippt", so Schmiege. Aber KI entlaste dort, wo Maschinen besser sind als Menschen.
Lokaljournalismus hat zwar einen kleinen Markt, aber einen großen Vorteil: Nähe! Mächtige Plattformen, die mit den Inhalten Dritter Geld verdienen, sollten einen angemessenen Teil davon zurückgeben, fordert der BLM-Präsident. Klare Vielfaltsverpflichtungen für die GAFAs on Top.
Schmieges Fazit:
Vor 41 Jahren startete der private Rundfunk in Bayern mit Pioniergeist und Mut. Genau diese Haltung brauche Lokaljournalismus heute wieder. Es gehe jetzt darum, nicht abzuwarten, bis andere entscheiden. Jetzt sei es an der Zeit zu gestalten.
Petra Schwegler