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Wie entwickeln junge Menschen Medienkompetenz? Einblicke zweiter Ausbilder

16:41
24.06.2026
Den Abschluss des ersten #LMT26-Tages  machte eine Runde, die den Blick ganz gezielt auf die nächste Generation richtete. Im Panel „Medienkompetenz on air – Wie Radioarbeit Kinder und Jugendliche digital stärkt“ diskutierten die Beteiligten über den massiven Wandel in der Mediennutzung. Unter der Moderation von Martina Fehlner (MdL, Medienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion) berichteten Klaus Lutz (Medienzentrum Parabol) und Konni Winkler (max neo, MEDIASCHOOL BAYERN) aus ihrer täglichen Praxis. 

💡 Wie wir Jugendlichen Medienkompetenz vermitteln
Wie sieht zeitgemäße Medienausbildung aus und wie begleiten wir junge Menschen richtig? Das sind die Kern-Erkenntnisse aus der Session:
  • Lernen durch Machen (Do-it-yourself-Ansatz): Der effektivste Weg zu echter Medienkompetenz ist das eigene, aktive Erstellen von Medienprodukten. 
  • Fehler erlauben und Freiräume schaffen: Medienkompetenz ist ein Entwicklungsprozess. Jugendliche brauchen geschützte Räume, in denen sie sich ausprobieren und auch „mal etwas Blödes machen“ dürfen, ohne direkt verurteilt zu werden.
  • KI-Verifikation statt KI-Verbot: Man muss nicht aktiv nach KI suchen, um mit KI-generiertem Content konfrontiert zu werden. Die Ausbildung muss sich dringend darauf konzentrieren, wie man Informationen von KI-Systemen bewertet, überprüft und Hintergründe hinterfragt. 
  • Vom „allwissenden“ Ausbilder zum Coach auf Augenhöhe: Medienmacher:innen von heute müssen akzeptieren, dass Jugendliche in Sachen Social-Media-Reichweite (z. B. auf TikTok) oft schon Profis sind. Ausbilder sollten dieses Wissen anerkennen und sich stattdessen auf journalistische Core-Skills fokussieren.
  • Schutz vor digitaler Gewalt bieten: Zur Begleitung gehört heute eine Fürsorgepflicht für die Auszubildenden. Redaktionen und Medienzentren müssen Jugendliche Strategien an die Hand geben, um mit der Belastung durch Negativkommentare im Netz umzugehen.

Florentina Czerny

Wir sehen, dass Politik zum Sender geworden ist. Das bedeutet, wir Journalist:innen sind nicht mehr die Gatekeeper.  Katharina Hamberger, Deutschlandfunk 16:34
24.06.2026

Viel Emotion, wenig Information: Warum die AfD so erfolgreich auf Social Media ist

16:33
24.06.2026
Im Panel „Rundfunk im Feed – Zwischen Auftrag und Aufmerksamkeit“ diskutierte die #LMT26-Runde unter der Moderation von Marcel Wagner ein massives Dilemma: Wie kann öffentlich-rechtlicher und privater Qualitätsjournalismus auf Plattformen stattfinden, die rein durch Emotionalisierung und Algorithmen gesteuert werden?

Den Auftakt machte Dr. Wolfgang Kreißig (LFK) mit einer aktuellen Studie zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026. Die Studie untersuchte, welche Parteien auf Social Media besonders vertreten und erfolgreich sind. Seine Keynote zeigte ein düsteres Bild: Sachliche Informationen fallen im Feed durch, während emotionale, polarisierende und teils beleidigende Posts – insbesondere der AfD – viral gehen. In der Podiumsdiskussion, die folgte, zeigte er zwar Verständnis für Parteien, die als Verfassungsorgane bewusst nicht auf diesen Empörungszug aufspringen, betonte aber die Wucht dieser Entwicklung. 

Dass die Politik längst zum eigenen Sender geworden ist und klassische Medien nicht mehr als Gatekeeper fungieren, bestätigte Katharina Hamberger (Deutschlandfunk). Die AfD habe im Vergleich zu anderen Parteien den Kanal viel früher besetzt und halte nun die Reichweitenmonopole.

Für die klassischen Lokalmedien bedeutet diese Dynamik einen schmerzhaften Spagat. Horst Rettig (München Live TV Fernsehen) erklärte, dass unaufgeregter, objektiver Lokaljournalismus im Feed einen komplett neuen, ressourcenintensiven Ansatz braucht, um überhaupt stattzufinden. Er sprach sich klar für eine Plattformregulierung aus, damit informative Beiträge dieselben Chancen auf Reichweite bekommen wie die „lauten, krachenden“ Inhalte. 

Auch Dr. Annette Schumacher (BLM) schlug Alarm: Wenn Information dort, wo sie wahlentscheidend ist, nicht mehr ankommt, wankt die meinungsbildende Vielfalt als Grundbaustein unserer Demokratie. Ihr Lösungsansatz: „Wir müssen die Auffindbarkeit digitaler journalistischer Inhalte strategisch weiterentwickeln“. 

Florentina Czerny

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