Unter der Moderation von Ella Schindler (Verlag Nürnberger Presse) diskutierten Alexander von Streit (Krautreporter), Anke Myrrhe (Tagesspiegel) und Lynn Nagy (Zeitungsverlag Waiblingen) zum Thema: Wie schafft Lokaljournalimus Community?
💡 Best Practices aus der Branche
Wie gelebte Community-Arbeit in der Praxis aussieht, zeigen die drei Speaker mit ihren völlig unterschiedlichen, aber sehr erfolgreichen Ansätze:
- Der Beziehungs-Ansatz (Krautreporter): Laut Alexander von Streit müsse Journalismus raus aus den digitalen Silos. Es geht darum, aktiv in die Begegnung mit der Zielgruppe zu gehen.
- Das Newsletter- & Event-Phänomen (Tagesspiegel): Der Berliner „Checkpoint“-Newsletter setzt voll auf hyperlokalen Journalismus auf Augenhöhe. Aus der engen digitalen Bindung entstanden die Bühnenshow „Die Berlin-Revue“, die regelmäßig ausverkauft sind.
- Die Pop-up-Redaktion (Zeitungsverlag Waiblingen): Um der gesellschaftlichen Spaltung nach der Pandemie entgegenzuwirken, zieht die Redaktion mitten in den Leerstand der Kommune. Vor Ort wird den Leser:innen, die in der Redaktion vorbeischauen, zugehört, erklärt und mit ihnen diskutiert.
- Journalismus ist Beziehung: Es geht nicht mehr nur um das Senden von Informationen, sondern um den Austausch zwischen echten Menschen.
- Präsenz schafft Vertrauen: Formate wie Pop-up-Redaktionen im städtischen Leerstand senken die Hemmschwelle und spülen regelmäßig neue Themen in die Redaktion.
- Events als Strategie: Live-Veranstaltungen dürfen kein nettes "Extra" sein, sondern müssen als fester Bestandteil der Publikationsstrategie begriffen werden.
- Leidenschaft entscheidet: Community-Arbeit lässt sich nicht verordnen. Wenn Redaktionen nicht spürbar gern in den Dialog gehen, bleibt der Erfolg aus.