Hochrangige EU-Vertreter sehen in dem Militärangriff auf den Iran eine Gelegenheit für einen Wechsel in Teheran. EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola erklärte am Samstag, das Europäische Parlament fordere seit langem vom Regime im Iran, es solle staatliche Unterdrückung, die Unterstützung terroristischer Stellvertreter-Organisationen und seine nuklearen Ambitionen aufgeben und das Volk sein Schicksal in Freiheit selbst bestimmen lassen.
Zugleich warnte Metsola, die Ereignisse im Iran dürften nicht zu einer Eskalationsspirale führen, die den Nahen Osten, Europa und weitere Weltregionen bedrohe. „Die Angriffe des iranischen Regimes auf die Länder des Golf-Kooperationsrats heute Morgen sind unentschuldbar und nicht zu rechtfertigen“, schrieb die Parlamentspräsidentin in digitalen Medien mit Bezug auf iranische Vergeltungsschläge in der Golfregion. Teheran müsse von jeder weiteren Eskalation Abstand nehmen.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas schrieb ebenfalls in einer Kurznachricht, die iranische Führung habe Tausende Menschen getötet. Die Raketen- und Atomprogramme des Irans sowie seine Unterstützung für Terrororganisationen stellten eine ernsthafte Bedrohung für die globale Sicherheit dar.
Kallas erklärte, sie habe mit Israels Außenminister Gideon Sa'ar und anderen Ministern in der Region gesprochen. Die EU arbeite eng mit arabischen Partnern zusammen, um „diplomatische Wege zu erkunden“. Näheres führte Kallas nicht aus. „Der Schutz der Zivilbevölkerung und das humanitäre Völkerrecht haben Priorität“, so die Außenbeauftragte. Die EU-Marine-Mission Aspides im Roten Meer bleibe in höchster Alarmbereitschaft und stehe für die Sicherung der Seewege bereit.