Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, wirft dem Iran vor, Europa in den Krieg im Nahen Osten hineinziehen zu wollen. Der mutmaßliche Drohneneinschlag auf einem britischen Luftwaffenstützpunkt im EU-Staat Zypern sei für ihn ein Anzeichen dafür, dass der Iran versuche, die Europäer in Kampfhandlungen zu verwickeln, sagte Prosor der Deutschen Presse-Agentur. «Hoffentlich wird Europa das mal sehen und darauf auch reagieren - in welcher Art und Weise, das ist eine Entscheidung, die in Europa getroffen wird.»
Racheakte in Deutschland möglich
Prosor hält nach den Angriffen auf den Iran Racheakte der iranischen Führung auf deutschem Boden für möglich. «Ich halte bei diesen Terroristen alles für möglich», sagte Prosor der Deutschen Presse-Agentur. «Das heißt, wir müssen uns darauf gut vorbereiten, immer mit einem offenen Auge schlafen.» Man müsse «on high alert» (in höchster Alarmbereitschaft) sein.
Iran hat Europa «an der Nase herumgeführt»
Prosor kritisierte, dass Europa zu lange auf Verhandlungen mit dem Iran gesetzt habe. «47 Jahre hat dieses Mullah-Regime eigentlich mit Europa verhandelt, Geschichten aus Tausendundeiner Nacht erzählt, hat eigentlich Europa an der Nase herumgeführt.» All das habe aber zu nichts geführt.
Prosor bedankte sich bei Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) für die Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen an jüdischen Einrichtungen, Schulen, Synagogen und auch an der israelischen Botschaft. «Ich glaube, dass die Bundesregierung das tut, um jüdisches Leben und Einrichtungen zu schützen. Und ich glaube, dass es wichtig ist.»
Laura Kurtz